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Geschrieben von: Katharina Weyandt
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Donnerstag, den 29. September 2011 |
An die Fraktionen CDU, SPD, FDP, Linke und Bündnis 90/Die Grünen
Betr: Geplanter Stadionbau in Chemnitz
In Sorge um die Zukunft unserer Stadt möchten wir eindringlich bitten, von dem geplanten Stadionbau in der geplanten Form Abstand zu nehmen bzw. nach alternativen Lösungen zu suchen. Wir erinnern uns gut, wie beim EKKO im letzten Jahr gestritten wurde und welche Einschnitte und sozialen Auswirkungen es in der Realität gab bzw. eintreten werden. Für viele Vereine bedeutete das EKKO in der Konsequenz Kürzungen bzw. keine Chance, notwendige Sanierungsarbeiten durchführen zu können. Selbst Kultur- und Bildungseinrichtungen standen zur Disposition. Dabei scheint es fraglich, ob die Einsparvorschläge auch in der vorgesehenen Anzahl realisiert werden können. Was steht auf der Verzichtsseite, welche Kürzungen wird es in welchen Bereichen geben, um ein Stadionneubau zu realisieren? Es ist fraglich, ob es überhaupt eine Finanzierungsgrundlage gibt. Dabei hören wir von den finanziellen Engpässen beim Winterdienst, der Behebung der Frostschäden auf den Straßen und Straßenunterhaltungen. Wir erleben zunehmend verwahrloste oder zumindest lieblos gepflegte Grünanlagen und ÖPNV-Haltestellen, fehlende Fußwegquerungen, triste Brachen und fehlende geeignete Bänke für die vielen älteren Menschen in unserer Stadt, Defizite in Kitas und Schulen. Die Reihe der Aufzählung von notwendigen Initiativen für eine zukunftsfähige Stadt könnten weiter fortgesetzt werden. Auch mit einem Malheur ist immer zu rechnen, höheren Ausgaben bei Vorhaben oder unvorhergesehene Ereignisse. Dabei stehen die Gesellschaften vor großen Herausforderungen, denen sich auch Chemnitz stellen muss. Es braucht dringend notwendige Initiativen, um dem Klimawandel und der Ressourcenknappheit auch in Chemnitz mit einer entsprechenden Energie- und Verkehrswende zu begegnen. Hier braucht es zukünftig entsprechende Gestaltungsspielräume. Wir verstehen natürlich die Probleme beim Chemnitzer CFC, unterschätzen nicht die Außenwirkung für unsere Stadt und sprechen uns deshalb für eine Suche nach alternativen Lösungen aus. Andere Städte haben auch nach anderen Wegen für den örtlichen Fußballverein gesucht. Sind denn in Chemnitz schon alle möglichen Alternativen diskutiert worden? Der Profisport darf nicht zu Lasten des Gemeinwohls gehen. Ist die Finanzierung von Profisport überhaupt eine kommunale Aufgabe? In einer solchen, für die ChemnitzerInnen wichtigen Frage, wäre es bestimmt auch sinnvoll, die gesamte Bevölkerung zu fragen und die Möglichkeit eines Bürgerentscheides zu nutzen. Entscheiden und handeln Sie verantwortungsvoll im Sinne einer zukunftsfähigen Stadt Chemnitz, für die nachfolgenden Generationen!"
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