Eins-Chef stellt Zukunft des Braunkohle-Heizkraftwerks in Frage

Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN begrüßt, dass der Geschäftsführer der eins nunmehr die energie- und klimaschutzpolitischen Realitäten auch öffentlich zur Kenntnis nimmt und reagiert.

Seit Jahren sinken die Gewinne der stromerzeugenden Betriebe. Herr Warner, Geschäftsführer der eins, räumt nun erstmals auch öffentlich ein, dass davon auch die Chemnitzer Energieerzeugung im Braunkohle-Heizkraftwerk Nord betroffen ist.

Stadtrat Bernhard Herrmann stellt dazu fest:

„Es ist gut, dass Herr Warner sich den energie- und klimaschutzpolitischen Realitäten stellt und erste Maßnahmen ankündigt, um die überholte, noch aus DDR-Zeiten überkommene Braunkohleverstromung geordnet zu Ende zu führen. Zum Nutzen der Chemnitzerinnen und Chemnitzer, aber auch der engagierten Belegschaft der eins muss so endlich wieder Klarheit über die Zukunft der Chemnitzer Energieversorgung geschaffen werden. Herr Warner hat Recht, wenn er in diesem Zusammenhang für die notwendige Investitionssicherheit bei der Umsetzung der Energiewende verlässliche und strukturierte Vorgaben der Bundesregierung einfordert.“

Schon seit mindestens 10 Jahren zeichnete es sich ab, dass durch den Anstieg der gesellschaftlich gewollten Erneuerbaren Energien alte Geschäftsmodelle, auch jene mit  unflexibler Kohleverstromung, nicht mehr wirtschaftlich tragfähig sein werden. Zurzeit zeigt die langanhaltende Trocken- und Hitzeperiode wieder einmal mehr auf, dass den Folgen des Klimawandels auch aktiv an den Wurzeln begegnet werden muss.

Dazu Herrmann:

„Dass solche Fakten von den Verantwortlichen des Versorgers, aber auch den kommunalen Aufsichtsgremien viel zu lange ignoriert worden sind, macht den Handlungsdruck für uns in Chemnitz nun umso größer. Energiepolitisch engagierte Bürgerinnen und Bürger, aber auch Vertreter des Mittelstands sowie der Energieverbraucher müssen bei den anstehenden Weichenstellungen, die die gesamte Versorgungsstruktur der Großstadt Chemnitz betreffen, Partner sein.“

Wirtschaftliche und umweltpolitische Probleme der Chemnitzer Braunkohleverstromung spitzten sich gerade in den letzten Jahren zu. Stark steigende Fernwärmepreise lasteten die Kosten zunehmend mangelnder Wirtschaftlichkeit ausgerechnet denen an, die mit ihrem Fernwärmebezug für noch einen Rest von Effizienz dieser Erzeugungsform sorgten. Der Quecksilberausstoß steigt seit Jahren an.

Stadtrat Bernhard Herrmann stellt dazu fest:

„Sieht man den zu Recht vorhandenen Unmut der von enormen Preissteigerungen belasteten Fernwärmekunden, so ist es doch etwas fraglich, wenn Herr Warner nun betont, dass die Wärme derzeit noch hilft, nicht in die roten Zahlen zu geraten. Es ist zugleich gut, dass er nun nachhaltigere Lösungen untersuchen lässt, die letztlich auch wieder den Kunden zugutekommen müssen. Hierfür hat er unsere volle Unterstützung! Für die Übergangszeit schon ab dem Jahr 2019 müssen zugleich endlich Lösungen her, die den weit über den dann geltenden Grenzwerten liegenden Quecksilberausstoß mindern. Ist das für einen 3-Jahres-Zeitraum wirtschaftlich sinnvoll?“

Mit dem Tochterunternehmen ELICON hatte die eins seit Jahren erfolgreich Erneuerbaren-Energien-Projekte entwickelt. Zuletzt ein großes Solarkraftwerk, das mit einer Leistung von 7 MWp fast ausnahmslos für eine Großstadt sein dürfte.

Dazu Herrmann:

„Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter bei der eins und den Tochterunternehmen haben schon seit Jahren erkannt, dass den Erneuerbaren Energien die Zukunft gehört und auch ein zentraler Versorger sich im Wettbewerb mit zahlreichen Kleinerzeugern hier betätigen muss. Bürgerinnen und Bürgern, dem Mittelstand, ebenso aber auch der ELICON ist es somit zu verdanken, dass Chemnitz in der Solarbundesliga unter den Großstädten an 5. Stelle und für Sachsen klar an der Spitze steht.“

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