Wildtierverbot in Zirkussen nicht aufgehoben!

Wegen Einwände der Landesdirektion hat die Oberbürgermeisterin im Stadrat heute die Aufhebung unseres Beschlusses des Wildtierverbots in Zirkussen beantragt. Der Beschluss regelt das Verbot der zur-Schau-Stellung von Wildtieren in Chemnitz. Damit dürfen weder in Zirkussen, noch auf Messen Wildtiere gezeigt werden. Allerdings gilt das Verbot nur für städtische Flächen, wenn ein Zirkus auf einer privaten Fläche gastiert, dürfen nachwievor unter schlimmen Bedingungen Großtiere wie Elefanten ausgestellt werden.

Der Stadtrat hat die Aufhebung des Verbotes knapp mit 27 zu 23 Stimmen abgelehnt. Nun wird die Oberbürgermeisterin eine Sondersitzung des Stadtrates einberufen, wo diese Entscheidung hoffentlich noch einmal bestätigt wird.

Thomas Lehmann dazu:

13 EU-Länder haben Wildtiere im Zirkus bereits verboten. Und bereits drei mal hat der Bundesrat mit deutlicher Mehrheit für ein Verbot von Wildtieren im Zirkus gestimmt.

Ein generelles Verbot von Wildtieren im Zirkus, beziehungsweise von bestimmten Tierarten, wird von einer großen Mehrheit der Bundesländer und von vielen Parteien unterstützt.

Mit Chemnitz haben nun bereits 51 Städte in Deutschland, darunter Düsseldorf, Köln, Heilbronn und Osnabrück, Vermietungen von kommunalen Flächen an Zirkusbetrieb mit Wildtieren beschränkt oder verboten. Das Land Baden-Württemberg informiert in einer Handreichung, wie Städte und Gemeinden Flächen ausschließen können.

Warum sollte nun ausgerechnet Chemnitz beim ersten Zucken der Landesdirektion kapitulieren?

Ja, in Deutschland existieren leider nur unverbindliche Leitlinien für Wildtiere im Zirkus, die weit unterhalb der Mindestanforderungen an Zoos liegen.

Es ist im wahrsten Sinne des Wortes eine riesengroße Sauerei, was wir Menschen hier den Wildtieren antun. Und deshalb sehen wir es überhaupt nicht ein, auf Grund eines Briefes der Landesdirektion hier unseren politischen Willen zurücknehmen zu sollen. Da ziehen wir GRÜNEN doch lieber zivilen Ungehorsam vor. Soll sich doch die Landesdirektion positionieren und wenn sie es für richtig hält, die Tierquälerei weiter zulassen und unterstützen.

Wir als Chemnitzer Stadtrat sollten unseren Beitrag dazu leisten, die Bundesregierung endlich zu zwingen, dieser unmöglichen Tierquälerei ein Ende zu setzen!

Wir sollten alle rechtlichen Mittel ausschöpfen, um an dem Verbot festzuhalten. Wir werden uns damit in Deutschland keineswegs lächerlich machen, sondern werden Achtung entgegengebracht bekommen, wenn wir uns für eine bessere Haltung von Wildtieren einsetzen.

Hier kann der Beschluss noch mal nachgelesen werden: Bürgerinformationssystem

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