Keine Hilfe für Exoten – Chemnitz entzieht sich der Verantwortung

Immer wieder stehen wir in Chemnitz vor der Frage: Wohin mit exotischen Fundtieren oder Wildtieren? Im gestrigen Freie Presse-Artikel „Ausgesetzt: Anwohner finden Echsen und Chamäleon“ wird diese Problematik erneut aufgegriffen, doch auf den Hilferuf des Tierheims folgt keine Antwort.

Laut Stellungnahme der Stadtverwaltung auf eine gemeinsame Anfrage der Fraktionen Bündnis 90/Die Grünen, SPD-Fraktion und Fraktion DIE LINKE ist das Tierheim keine Wildtierauffangstation. Jedoch ist auf Nachfrage einzelner Stadträtinnen und Stadträte der Bündnisgrünen, im Vertrag zwischen Stadt und Tierheim, die Aufnahme von Wildtieren eindeutig geregelt.

Eine Einrichtung, mit der es möglich ist, verletzt aufgefundene Exoten und Wildtiere fachgerecht unterzubringen und zu versorgen, ist laut Stadtverwaltung Chemnitz nicht vorgesehen. Die Tiere werden provisorisch im Tierheim untergebracht.

„Die Unterbringung und Betreuung dieser Exoten, belastet die ohnehin knappen finanziellen, personellen und räumlichen Kapazitäten des Tierheims unnötig. Eine bessere Lösung sehen wir in einem Quartier im Botanischen Garten oder im Wildgatter bei entsprechend zusätzlicher Förderung durch die Stadt“, erklärt Meike Roden.

„Tierheime dienen in erster Linie der Unterbringung von aufgefundenen und abgegebenen Haustieren, deren kurz- bis mittelfristiger Weitervermittlung an Privatpersonen sowie zur Versorgung von beschlagnahmten oder sichergestellten Tieren. Exoten dürfen nicht einfach so weitervermittelt werden und schlussendlich bleibt das Tierheim auf den Pflege- und Versorgungskosten sitzen“, so die Stadträtin der Grünen.

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