Nachhaltiger Siedlungswohnungsbau

In den vergangenen Tagen gab es einen massiven Kahlschlag in einem Waldstück inmitten eines Reichenbrander Siedlungsgebiets an der Nestler-, Tal- und Amalienstraße. Den Grund­stückseigentümern lagen dafür gemäß Pressebericht (Freie Presse vom 01.12.2017) keine Genehmigungen vor.

Stadtrat Bernhard Herrmann erklärt dazu:

„Mit dem klar erkennbaren Ziel, auf einstigem Waldbestand wertvolles Bauland zu schaffen, wurden der Baum- und der Artenschutz sowie das Baurecht so massiv verletzt, dass Vorsatz zu vermuten ist. Diesem Handeln ist ein 40 bis 50 Jahre alter, intakter Misch­waldbestand nahezu vollständig zum Opfer gefallen. Und mit ihm eine vielfältige Natur, Vogel- und Pflanzenwelt.“

Anwohner von der Amalien- und Nestlerstraße hatten sich erschrocken und entsetzt zunächst an die Stadtverwaltung und dann auch an uns Stadträte gewandt. Vollkommen von der Eile dieser Fällaktion überrascht konnten auch sie die massiven Rechtsverstöße nicht verhindern. Nach sehr emotionalen Berichten über die Folgen der Fällung, insbesondere für die zahlrei­chen Vögel, fordern sie nun die Wiederaufforstung.

Dazu sagt Herrmann:

„Rechtsverstöße – auch Ordnungswidrigkeiten, zumal dieses Umfangs – dürfen sich für die Begehenden niemals lohnen! Kämen Grundeigentümer mit solchen Dingen durch, so hätte dies verheerende Auswirkungen für die Natur, den Lebenswert und nicht zuletzt für das Rechts- und Demokratieverständnis der vor Ort von den Folgen Betroffenen. Folglich kann es nur eine Lösung geben: Die Verpflichtung zur Wiederaufforstung – genau an dieser Stelle.“

In der Umgebung und zunehmend auch im gesamten Ort Reichenbrand werden die Vorfälle bekannt. Die Bürgerinnen und Bürger beobachten genau den weiteren Werdegang.

Stadtrat Bernhard Herrmann erklärt dazu:

„Es ist gut, dass wieder mehr Menschen in unserer Stadt leben. Das kann dazu beitragen, unsere weitläufige Stadt zu verdichten, Brachen und Baulücken zu schließen und somit auch vorhandene Infrastruktur effizienter zu nutzen. Ein Bauen ´auf der Grünen Wiese´, auf Gar­tenland oder wie hier geschehen auf zuvor vernichtetem Wald, darf es aber nicht geben. Ein solches Vorgehen darf nicht als Kavaliersdelikt durchgehen. Wir fordern eine strenge Ahndung. Wir dürfen nicht nur über Nachhaltigkeit reden und diese feiern, so wichtig und gut das auch ist. Ohne dies aber auch täglich zu leben, ebenso beim Siedlungswohnungsbau zu beachten, gefährden wir den Lebenswert unserer Stadt, das Lebensumfeld der Menschen in Chem­nitz.“

 

Pressemitteilung vom 04. Dezember 2017

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