ÖPNV als Zukunftsmotor – Bericht zur öffentlichen Fraktionssitzung zum ÖPNV

Am 19.03.2018 sind Stefan Tschök, Pressesprecher der CVAG, und Dirk Bräuer, Leiter der Abteilung Verkehrsplanung im Tiefbauamt in die Johanniskirche eingeladen, um mit unserer Fraktion und dem Publikum über Fragen zum ÖPNV in Chemnitz zu diskutieren.

Zunächst bleibt die Feststellung nicht aus, dass der motorisierte Individualverkehr in Chemnitz bisher die Oberhand behält. Unser Stadtrat Tobias Tannenhauer sieht die Hauptursache hierfür in der für Autos günstigen Gestaltung des Verkehrsraumes, es gäbe keinen Anlass zum Umdenken für die Masse der Autofahrer. Aus der Hörerschaft heraus wird angemerkt, dass eine speziell an Autofahrer gerichtete Werbung für den ÖPNV fehle.

Doch wie kann es gelingen, den ÖPNV attraktiver zu gestalten?

Unser Fraktionsvorsitzender Thomas Lehmann sieht einen Grund für die verbesserungswürdige Akzeptanz der öffentlichen Verkehrsmittel in Chemnitz in der mangelhaften Barrierefreiheit von Haltestellen und fehlenden Unterständen. Dirk Bräuer erklärt, dass diese Mängel mit einer jährlichen Investition von 3 Mio. € bis 2022 beseitigt sein könnten und verweist darauf, dass Chemnitz im bundesweiten Vergleich in diesen Dingen auf einem guten Weg sei.

Dirk Bräuer, Leiter der Abteilung Verkehrsplanung im Tiefbauamt und Stefan Tschök, Pressesprecher der CVAG

Stefan Tschök findet, dass die Chemnitzer die Alternativen zum Autofahren oft gar nicht realisieren. „Man muss den ÖPNV auch nutzen wollen.“ Er hält es für möglich, dass der Tagestakt künftig auf bis 20:00 Uhr ausgeweitet wird und die 20 Uhr-Taktung auf bis 22:25 Uhr verlängert wird. Des Weiteren soll der Sommerferienplan aufgehoben werden.

Unsere Stadträte erkundigen sich beim CVAG-Sprecher auch nach moderneren Tarifsystemen wie einem attraktiveren Jobticket oder Umstiegsangeboten für Autofahrer. Christin Furtenbacher findet familienfreundlichere Angebote wie z.B. ein kostenfreies Ticket für Eltern im ersten Jahr nach der Geburt wichtig. Laut Herrn Tschök ist es nicht erwiesen, ob eine Verschlankung oder Ausweitung des Angebotes mehr Fahrgäste bindet. Hier sehen wir Bedarf, weiter im Gespräch zu bleiben.

Eine Rentnerin wünscht sich eine Monatskarte für 30,00 €. Wir GRÜNEN haben uns schon mehrfach für die Einführung eine Sozialtickets stark gemacht, wie Petra Zais ausführt. Im Januar dieses Jahres wurde nun nach einem erneuten Antrag die Prüfung eines solchen durch die Stadtverwaltung im Stadtrat beschlossen.

Auf die Verbesserung unserer Verkehrsräume durch die Straßenbahn weist Thomas Lehmann hin. Auch unser Stadtrat Bernhard Herrmann spricht sich für eine Erweiterung der Straßenbahnlinien in den Chemnitzer Westen und nach Siegmar sowie für mehr Personal in den öffentlichen Verkehrsmitteln der Stadt der Moderne aus. Die Verlängerung der Trasse nach Schönau ist laut Stefan Tschök unstrittig.

Auf die Frage hin, ob man nicht elektronisch fahrende Busse einführen könne, antwortet der CVAG-Sprecher, dass es zur Zeit eine Diesel- und Erdgassparte gäbe und die Einführung einer weiteren sehr kostenintensiv und aus diesem Grund momentan nicht geplant sei.

Ein Erfolg, auch von uns GRÜNEN, ist die neu eingeführte Ringbuslinie, auf welche wir mit hingewirkt haben und deren Auslastung mit 94.000 Fahrgästen in den Monaten Januar und Februar 2018 genau im Bereich der Prognose liegt.

Tobias Tannenhauer stellt die Frage danach, wie wir morgen leben und wie wir Straßenräume gestalten wollen. Er spricht sich für eine Straßenbahn auf dem Kaßberg aus, welche schon in Studien aus 2009 für möglich erachtet wurde. Auch Stefan Tschök lehnt diese nicht ab. Doch ein Bau dieser Trasse sei nur mit Unterstützung der Bürger möglich, richtet sich Herr Tannenhauer an das Publikum.

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