„Oberbürgermeisterin und Stadtrat müssen sich beim Thema CFC-Stadion endlich ehrlich machen!“

Zu den Plänen der Oberbürgermeisterin, den Pachtvertrag mit dem CFC zu kündigen und das CFC-Stadion an die GGG zu verpachten, erklärt Petra Zais, Stadträtin und stv. Fraktionsvorsitzende der Fraktion B90/DIE GRÜNEN im Chemnitzer Stadtrat:

„Wieder einmal wird der Stadtrat von Chemnitz vor eine scheinbar alternativlose Entscheidung zum CFC – Stadion gestellt. Die wievielte alternativlose Entscheidung? Zumindest, wenn es nach der Lesart der Oberbürgermeisterin Barbara Ludwig (SPD) und der bisherigen Befürworter aus großen Teilen der LINKEN, der SPD und der CDU in den Ratsfraktionen geht, hätte der Stadtrat nur die Wahl zwischen „Pest und Cholera“. Was für eine bodenlose Heuchelei angesichts der Tatsache, dass es die Mehrheit des Stadtrates war, die bisher jedem Vorschlag der Oberbürgermeisterin bedenkenlos gefolgt ist – und das ohne Alternativen zu diskutieren, wie von einzelnen Stadträt*innen gefordert.

Nach meiner Auffassung ist der Vorschlag, den Pachtvertrag mit dem CFC zu kündigen und das Stadion an die GGG mbH zu verpachten, ein erneuter Versuch, das große Debakel um die städtische Investition in eine ehemals 3. Liga Fußballmannschaft und die Verantwortung der Stadt zu verschleiern. Das Hoffen, auf eine sportliche Entwicklung einer Fußballmannschaft zu setzen, ohne Vorsorge für den Fall des Scheiterns zu treffen, war von Vornherein ein Hasardspiel. Für den Verlust aus diesem Spie trägt die Oberbürgermeisterin die Verantwortung, denn sie hatte das neue Stadion zu ihrem ganz persönlichem Prestigeobjekt für Chemnitz gemacht.

Die letzten Monate haben gezeigt, dass sich der CFC auf den Weg der Aufarbeitung des Scheiterns zu den ambitionierten sportlichen und wirtschaftlichen Zielen gemacht hat. Dieses ‚Ehrlichmachen‘ verdient Respekt. Das ‚Ehrlichmachen‘ der Stadt dagegen bleibt aus. Vor jeder weiteren Entscheidung zur Zukunft der Betreibung des Stadions fordern wir deshalb eine Aufarbeitung der Verantwortung der Stadt für die jetzige Situation. Nur eine ehrliche Bilanz bietet die Chance, vernünftige Entscheidungen für die Zukunft zu treffen.

Selbstverständlich muss der Pachtvertrag mit dem CFC gekündigt werden. Der CFC wird die Pachtzahlungen nicht leisten können und es wäre blauäugig, erneut ausschließlich auf positive sportliche Entwicklungen zu setzen. Der CFC braucht – wie jeder andere Sportverein der Stadt – angemessene Unterstützung für den Spielbetrieb und die Nachwuchsarbeit. Dazu standen und stehen wir als GRÜNE und erwarten, dass die Oberbürgermeisterin auch dazu steht. Sich aus der Verantwortung zu schleichen und die Risiken der Betreibung des Stadions auf die GGG mbH und ihre Mieter*innen zu übertragen, lehnen wir ab. Die Stadt und der Stadtrat sollen sich endlich zu ihrer Verantwortung bekennen und die Verluste tragen. Das wäre die Alternative und das wäre ehrlich.“

Pressemitteilung: 11.06.2018

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