Am 29.06.2025 besuchten die AltGrünen den Wasserwerkspark in Altchemnitz. Geführt wurde die Wanderung von Manfred Hastedt, der eingangs Bezüge zwischen dem Wasserwerkspark und den Aktivitäten des Umweltzentrums vorstellte. So beschäftigte sich schon zur Wendezeit eine AG Wassergruppe im Umweltzentrum mit dem Wasserwerkspark. Schriften wurden herausgegeben etwa eine Broschüre der AG Ökologie mit Dr.Harry Beyrich „Vom Katzenberg zum Katzenstein“zur Erzgebirgsnordrandstufe und das Buch „Entlang der Chemnitz“ von Arndt Haubold erschienen u.a. mit Unterstützung der Landesgeschäftsstelle des BUND im Umweltzentrum. Jahreszeitliche Wanderungen und GEO-Tage der Artenvielfalt führten in das Gebiet und erkundeten mit Wissenschaftlern und Spezialistinnen „die Natur vor der Haustür „für Familien und Kindern. Dabei entstanden ansehnliche Artenlisten.
Am Wasserwerkspark ist der Zusammenfluss von Zwönitz und Würschnitz zum Chemnitzfluss. Im 19 Jahrhundert wurde in der Zwönitz Aue, im heutigen Wasserwerkspark, Trinkwasser in einem Grundwasserwerk gewonnen. 5000 Kubikmeter Trinkwasser /Tag wurden für die damals 100.000 Einwohner bereitgestellt, später mit Oberflächenwasser wurde die Menge verdoppelt, das Flusswasser wurde auch über das Grundwasserwerk gereinigt. Später übernahmen Talsperren die Grundwasserversorgung. Auch eine Papiermühle befand sich von 1723 bis 1870 im heutigen Wasserwerkspark. Zunächst aus Lumpenresten entstanden Papier und Pappe, später wurde das erste Papier der Welt aus Holz hergestellt. Alles dies beschreibt eine Hinweistafel des Erfenschlager Bürgervereins.
Ökologisch betrachtet besteht das Gebiet des Wasserwerkparks seit 1994 aus vier Flächennaturdenkmalen: Geschützt sind der naturbelassene Flußlauf der Zwönitz und die reich strukturierte Auenlandschaft alten, höhlenreichen Baumbestand in kleinem Schluchtwald (z.T. FFH-Gebiet -d.h. mit europäischer Bedeutung), ein artenreicher Hangwald (Naturwaldzelle) und eine Obstwiese (nicht zugängig). Im Gebiet befindet sich auch noch ein Teich, der einst zur Wasserwerksanlage gehörte.
Im Wasserwerkspark leben viele Vögel wie z.B. die Wasseramsel, der Eisvogel, Reiher-und Schnatter-, Stock-und Mandarinenenten vier Spechtarten, Meisen und Drosseln, der Kleiber und Baumläufer u.a. Im Teich und Fluß leben Wirbellose und Fische. Grasfrösche und Erdkröten laichen hier. Es lassensich Schmetterlinge und Libellen beobachten und auch die Botanik ist interessant. Am Anfang des Jahres blühen viele Frühblüher, später z.B. das Wollige Honiggras, die Perückenflockenblume und der Waldstorchschnabel, eine Bergwiesenart. Auch seltene Pilze wurden hier schon gefunden z.B. der Violetgraue Ellerling und der Weinrote Schirmling, kleine Wiesenpilze. Wiesenpilze sind heute besonders bedroht.
Nicht unerwähnt sei der schöne Baumbestand an Spitzahorn, Rotbuche, Hainbuche, Traubeneiche, Schwarzerle, Bergulmen u.a. Am Hangwald befinden sich Felsen mit kleinen Suchstollen in denen manchmal Fledermäuse als Winterquartiere nutzen. Das Gestein der Felsen ist Phyllit, ein silbrig-grauer Stein mit guter Schieferung. Weshalb er auch einst genutzt wurde.
Übrigens, mit Beschlussantrag BA-066/2020 wurde die Stadtverwaltung beauftragt, der zuständigen Behörde zu empfehlen neben anderen, die Flächennaturdenkmale des Wasserwerksparks höherwertig Einzuordnen als Naturschutzgebiete. Dies hatten der Naturschutzbund und die AG Ökologie des Umweltzentrums vorgeschlagen im AGENDA-Beirat diskutiert und dies wurde später vom Stadtrat beschlossen. Passiert ist bis heute nichts. Aber ein Besuch des Wasserwerksparks lohnt zu jeder Jahreszeit darüber waren sich die AltGrünen am Ende der Wanderung einig.









