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Artikel aus dem Stadtverband Bündnis 90/Die Grünen Chemnitz

20 Jahre Tschernobyl

Tschernobyl1

Am 26. April 2006 – 20 Jahre nach dem Reaktorunfall von Tschernobyl diskutierte Johannes Lichdi, MdL (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN) mit weiteren Mitgliedern des Landtages über Pro und Contra der Atomkraftnutzung. Cirka 80 Chemnitzerinnen und Chemnitzer besuchten die Veranstaltung im Haus Tietz, zu der die Lokale Agenda 21 eingeladen hatte.

20 Jahre nach dem Reaktorunfall von Tschernobyl ist die Atomenergie wieder verstärkt in der Diskussion. Steigende Ölpreise und ein galoppierender Klimawandel zählen zu den Argumenten, die zu ihren Gunsten ins Feld geführt werden. Diese neuerliche Atomdebatte war Grund genug, sich genauer mit der Atomenergie zu beschäftigen. Haben sich die Argumente von 1986 erledigt oder sind sie auch heute noch aktuell? Was spricht für eine Kernenergienutzung, was dagegen? 

Zunächst referierte Peter Diehl vom World Information Service on Energy über Uranabbau und Umweltfolgen, über Uranvorräte und deren Reichweite sowie über Atomenergie und Klimaschutz. 

In der anschließenden Podiumsdiskussion stellten sich die Landtagsabgeordneten Johannes Gerlach (SPD), Peter Patt (CDU) und Johannes Lichdi (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN) u.a. auch den Zuschauerfragen und -meinungen. Johannes Lichdi erläuterte den Anwesenden die grüne Forderung zur Streichung der Zukunftsoption für Kernkraft aus dem Energieprogramm des Freistaates.

mehr Infos hier: www.johannes-lichdi.de/atomkraft.html

Carmen Kusch-Dietzel vom grünen Kreisverband hat eine Power Point Präsentation zum Thema erstellt. Das Fakten- und Bildmaterial dazu wurde bei www.greenpeace.de recherchiert. Download hier (450 KB).


Der Kleiber – Vogel des Jahres

kleiberKopfüber zum Vogel des Jahres 2006: Der Kleiber – profitiert vom Schutz der Altbuchenbestände im Zeisigwald Chemnitz

NABU und Landesbund für Vogelschutz (LBV), NABU-Partner in Bayern, haben den Kleiber, Sitta europaea, zum "Vogel des Jahres 2006" gekürt, einen kleinen umtriebigen Singvogel, der in Deutschland weit verbreitet ist.

Die Wahl des Kleibers ist ein Plädoyer für den Schutz von Buchen- und Eichenwäldern. Er steht stellvertretend für einen Lebensraum in Deutschland und Mitteleuropa, der ebenso unverzichtbar für viele andere Vögel wie Spechte, Meisen oder Greifvögel ist. 

Einen solchen Lebensraum stellt gerade auch der Altbuchenbestand im Zeisigwald dar, welcher zukünftig einen Schutzstatus als Flächennaturdenkmal erhalten soll (Antrag der Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN im Stadtrat Chemnitz: hier ). 

Kleiber sind Höhlenbrüter und am liebsten wohnen sie hoch oben, weil es so sicherer ist.10 bis 15 Meter und höher liegen die Kleiberhöhlen über dem Erdboden. Die kleinen Höhleneingänge sind so von unten kaum zu sehen. Dabei ist der Kleiber ein typischer Nachmieter, der vorzugsweise recht große Spechthöhlen nutzt, was ihm den Beinamen "Spechtmeise" eingebracht hat. Zum kleibergerechten Innenausbau gehört, dass der Höhleneingang einen Durchmesser von 29 bis 32 Millimeter erhält, eine beachtliche Leistung . Denn leicht kommen ein bis anderthalb Kilo Lehm für die Eingangsverkleinerung zusammen. Wenn man bedenkt, dass pro Transport nur etwa ein Gramm Lehm bewegt werden, dann ist dies ein beachtlicher Transportumfang. Für den Innenausbau ist das Weibchen zuständig, das Männchen schafft das Material heran. Die "handwerkliche" Fähigkeit, das Kleibern (Kleben) von Lehmkügelchen hat schließlich zur Namensgebung beigetragen. Als einziger Vogel kann der Kleiber den Baumstamm kopfüber hinunterlaufen. Mindestens acht Prozent der europäischen Kleiberpopulation lebt in Deutschland. Damit hat Deutschland eine zentrale Verantwortung für die Art und ihren Lebensraum mit höhlenreichen Altholzbeständen und strukturreichen, lichten Laub-, Laubmisch- und Nadelwäldern. Eine nachhaltige Forstwirtschaft ist damit gleichzeitig der beste Schutz für den Kleiber. Außerdem sind solche Lebensräume gleichzeitig wichtige Wasserspeicher und nehmen sehr viel Kohlendioxid aus der Luft auf. Eine sorgsame Behandlung des Kleiberlebensraums ist damit auch ein gesellschaftlicher Beitrag zum Hochwasser- und Klimaschutz. 

Seit 1971 kürt der NABU den "Vogel des Jahres". Mit dem Kleiber wurde in diesem Jahr nach dem Schwarzspecht (1981) und dem Buntspecht (1997) wieder bewusst ein Waldvogel gewählt. Nach Schätzungen gibt es derzeit etwa 600 000 bis 1,4 Millionen Brutpaare in Deutschland.