Vor kurzem hat Klaus Reinhardt, Präsident der Bundesärztekammer, ein Böllerverbot an Silvester gefordert. Dies begründet er mit den hohen Zahlen an Verletzten und der damit verbundenen außerordentlich hohen Belastung des deutschen Gesundheitssystems.
Während ein generelles Böllerverbot, wie von Reinhardt gefordert, auf Bundesebene beschlossen werden muss, können Städte und Gemeinden mit Feuerwerksverbotszonen schon jetzt aktiv werden und vorbeugend handeln. Der Kreisverband Bündnis 90/Die Grünen Chemnitz fordert daher die Stadt Chemnitz auf, diese Möglichkeit zu nutzen und um Tierheime und Hundewiesen herum sowie in dicht-besiedelten Wohngebieten sowie in der Innenstadt eine Feuerwerksverbotszone einzurichten.
Weiterhin fordern die Bündnisgrünen die Stadt auf, ein umfassendes, sozial inklusives und ökologisch verträgliches Silvesterkonzept mit Alternativen zum privaten Feuerwerk zu erstellen. Teil des Konzeptes sollen Allgemeine Silvesterveranstaltungen sein, die auf öffentlichen Plätzen stattfinden. So kann beispielsweise auf dem Theaterplatz ein öffentliches Feuerwerk stattfinden und vor dem Karl-Marx-Monument eine Laser- und Lichtshow, wie bei Light Our Vision. Ähnlich wie bei dem Licht- und Kunstfestival können hier ebenfalls lokale Gastronomieakteure Essen und Getränke verkaufen. Lokale Künstler*innengruppen können ein Rahmenprogramm bieten, die Brückenstraße wird mithilfe verschiedener Musiker*innen und DJs sowie DJanes zu einer großen Partymeile für junge Menschen. Gleichzeitig können in Zusammenarbeit mit den Kommunen der Region gezielt Rückzugsräume entstehen, in denen Menschen – insbesondere solche mit Traumaerfahrungen, Familien mit Kindern oder Haustierbesitzer*innen – den Jahreswechsel ruhig feiern können.
„Wir glauben, dass Silvester mehr sein kann als es das heute ist. Silvester kann für unsere Stadt ein Tag sein, der die Chemnitzerinnen und Chemnitzer zusammenbringt und gemeinsam das Vergangene feiern lässt. Mit einem solchen Silvesterkonzept können wir zeigen: Silvester in Chemnitz lohnt sich! So kann unsere Stadt zu einem Highlight für Touristinnen und Touristen während des Jahreswechsels werden!“
Anne Eibisch, Co-Vorsitzende des Kreisverbandes, ergänzt:
„Ein modernes Silvesterkonzept muss mehr sein als nur Lärm und Müll. Wir wollen kreative Lösungen, die Gemeinschaft stiften, die lokale Kultur- und Gastronomieszene stärken und gleichzeitig Rücksicht auf die nehmen, für die Böller und Raketen eine Belastung darstellen. Chemnitz kann so ein wahres Alleinstellungsmerkmal gegenüber anderen Städten entwickeln.“


