Extremwetterlagen, anhaltende Trockenheit und Sommertage mit weit über 30 Grad Celsius zeigen: Der Klimawandel ist in Chemnitz angekommen. Um unsere Stadt lebenswert zu halten und künftige Schäden abzuwenden, stellen die Chemnitzer Bündnisgrünen ein Konzept für einen konsequenten und entschiedenen Umgang mit dem Klimawandel und dessen Auswirkungen vor.
„Die vergangenen Wochen und Monate haben deutlich gemacht, welche Herausforderungen unserer Stadt in den kommenden Jahren bevorstehen: angespannte Notaufnahmen aufgrund der Hitzebelastung, vertrocknete Grünanlagen und abgesagte oder verschobene Feste und Feierlichkeiten aufgrund extremer Hitze. Die Auswirkungen des Klimawandel sind nicht länger irgendein fiktives Zukunftsszenario, sondern hautnahe Realität. Es wird Zeit, dass sich unsere Stadt dieser Realität anpasst!“ meint Joseph Israel, Co-Kreisvorsitzender der Chemnitzer Bündnisgrünen.
Um auf die bestehenden Herausforderungen einzugehen schlagen die Chemnitzer Bündnisgrünen deshalb einen klaren „Klima-Plan“ vor. Dieser besteht aus verschiedenen Maßnahmen der Klimaanpassung und des Klimaschutzes. Damit soll zum einen ein Umgang mit den bereits eingetretenen Veränderungen gefunden werden, zum anderen aber auch ein Beitrag dazu geleistet werden, künftige Schäden und Belastungen zu reduzieren.
Chemnitz resistent und schwammfähig machen!
Der Wandel des Stadtklimas erfordert sofortige Maßnahmen zum Schutz der Bürgerinnen und Bürger sowie der städtischen Infrastruktur. Das Grüne Konzept setzt daher auf folgende Bausteine:
- Grünflächen schützen und erhalten – Bäume sind ein effektives Schutzschild gegen Überhitzung. Die Bündnisgrünen schlagen eine Pflanzoffensive sowie den konsequenten Erhalt des Baumbestands vor. Um Bäume auch in anhaltenden Trockenperioden zu sichern, muss das Grünflächenamt dauerhaft über die dafür nötigen personellen und finanziellen Ressourcen verfügen.
- Konzept der „Schwammstadt“ umsetzen – Regenwasser darf nicht ungenutzt über die Kanalisation abfließen. Städtische Flächen sollen so umgestaltet werden, dass Niederschläge lokal gespeichert werden und dem Stadtgrün in Trockenzeiten zugutekommen. So werden Grünflächen gesichert und der städtische Haushalt entlastet.
- Trinkwasser im öffentlichen Raum – Trinkwasser kann eine spürbare Entlastung an heißen Tagen darstellen. Die Chemnitzer Bündnisgrünen schlagen vor, das Netz an Trinkwasserbrunnen an Sport- und Spielplätzen und anderen Orten, an denen Menschen sich körperlich betätigen, zügig auszubauen. Private Initiativen wie Refill binden private Akteure in dieses Vorhaben ein. Solche Initiativen sollte die Stadt Chemnitz unterstützen.
- Kühlung öffentlicher Gebäude – Gebäude der Stadtverwaltung und vor allem Bildungseinrichtungen (Schulen und Kitas) sollen zukünftig systematisch klimatisiert beziehungsweise energetisch so umgerüstet werden, dass auch im Hochsommer ein gesundes Lernen und Arbeiten möglich ist.
- Hitzeschutz im Extremfall – Ab Temperaturen von über 33 Grad setzen wir auf eine proaktive Warn- und Informationskette der Stadt. Kühle Orte und andere Hilfsangebote für gefährdete Personengruppen müssen gezielt vermittelt werden.
Wirksamen Klimaschutz vorantreiben!
Klimaanpassung lindert Symptome – Klimaschutz bekämpft die Ursachen. Um die städtischen Emissionen rasch zu senken und Chemnitz fit für die Zukunft zu machen, beinhaltet der Grüne „Klima-Plan“ folgende Schwerpunkte:
- Begrünung und Entsiegelung – Mit Vorhaben wie der Modernisierung der Parkanlagen am Chemnitzer Schloßteich zeigt die Stadt, dass die klimaangepasste Stadt schon jetzt möglich ist. Doch noch immer schlummern in unserer Stadt große versiegelte Flächen, die darauf warten entsiegelt und begrünt zu werden. Viele Bürgerinnen und Bürger wünschen sich beispielsweise eine stärkere Begrünung des Chemnitzer Neumarktes.
- Erneuerbare Energien beschleunigen – Der Ausbau von Solar- und Windenergie im Stadtgebiet muss an Fahrt gewinnen, um Chemnitz schnellstmöglich auf den Pfad der Klimaneutralität zu führen. Viele privatwirtschaftliche Akteure sind dabei, einen Beitrag zur Energiewende zu leisten. Die Stadt Chemnitz muss dieses Engagement fördern und Hemmnisse abbauen!
- Umweltschonende Mobilität stärken – Der Verkehrssektor ist ein wichtiger Faktor für das Erreichen der Klimaneutralität. Die Bündnisgrünen schlagen vor, den Radwegebau in Chemnitz entschieden zu beschleunigen und lückenlos zu verknüpfen. Kurze Wege für Fußgängerinnen und Fußgänger sollen erhalten, ausgebaut und modernisiert werden. Eine Stärkung des Öffentlichen Nahverkehrs ist wichtig, um die eigenen Klimaziele zu erreichen.
- Vorbildfunktion der Stadtverwaltung nutzen – Die Flotten der Stadtverwaltung, der Eigenbetriebe und der CVAG sollen konsequent und zügig auf E-Mobilität umgestellt werden. Zahlreiche andere Städte zeigen, dass dies ohne große Probleme heute schon möglich ist. Die Antriebswende ist eine große Chance, um die lokalen Emissionen deutlich zu senken.
Anne Nürnberger, Co-Vorsitzende des Kreisverbandes, weist auf die wirtschaftliche Perspektive des „Klima-Plans“ hin:
„Ein entschlossenes Gegensteuern ist nicht nur eine Frage der Lebensqualität, sondern auch der wirtschaftlichen Vernunft: Je entschiedener Chemnitz heute in den Klimaschutz und die Anpassung an Hitzewellen investiert, desto geringer fallen die finanziellen Folgeschäden und Anpassungskosten in den kommenden Jahren aus.„


