Grünräume: Ökologie, Natur- und Tierschutz in der Stadt

plakat_kommunalwahl-sachsen_natur_0e08bcd1ecWälder, Parks, Wiesen und Kleingärten, Flussläufe und Straßenbäume sind Natur in der Stadt. Sie verbessern das Stadtklima, bieten vielen Tieren ein Zuhause und sind attraktive Erholungsräume. Intakte Grünräume sind Voraussetzung für Lebensqualität. Städtische Parks und Gärten haben ökologischen und kulturellen Wert. Den Schutz von Großgrün und ökologisch wertvollen Flächen möchten wir in einer städtischen Satzung verankern.

Grünplanung muss sich am Klimawandel orientieren. Eine ambitionierte Grüngestaltung muss zum Standard bei allen städtischen Bauprojekten werden. Eine weitere Begrünung ist erforderlich, um die Aufenthaltsqualität in der Innenstadt und das Mikroklima an den Hauptverkehrsstraßen zu verbessern. Neben der Begrünung in der Fläche wird in dicht besiedelten Gebieten in Chemnitz auch die vertikale Begrünung etwa an Fassaden eine wichtige Rolle spielen, um die Stadt lebenswerter zu gestalten. Gleichzeitig kann man damit Gebäude klimatisieren und Energie sparen. In Chemnitz soll die vertikale Begrünung deshalb beispielhaft im Zuge von Sanierungsprojekten im kommunalen Gebäudebestand erprobt werden.

Um die zahlreichen Grünflächen unterhalten zu können, ist langfristig eine Umgestaltung hin zu naturnahen und pflegearmen Bepflanzungen erforderlich. Städtische Wälder und naturnahe Flächen ermöglichen ebenfalls vielfältige und artenreiche Grünräume in der Stadt, die kostengünstig zu unterhalten sind. Gleichzeitig kann damit ein Biotopverbund in der Stadt entstehen. Die Entwicklung der Kleingartenanlagen zu Kleingartenparks ist ein weiterer wichtiger Baustein eines künftigen Grünverbundes. Die Verbindung von Grünbereichen zu einem Grünverbund fördert deren ökologischen Wert und ermöglicht ein attraktives Wegenetz für den Fuß- und Radverkehr. Besondere Bedeutung kommt der Entwicklung von Grünzügen entlang der städtischen Wasserläufe wie Chemnitz-Fluss, Kappelbach und Pleißbach zu. Die Ufer der Chemnitz sollen durchgehend grüner, ökologischer Erlebnisraum werden.

Städtische Grünräume sind Bestandteil des Hochwasserschutzes. Wir müssen im gesamten Stadtgebiet bessere Versickerungsmöglichkeiten anstreben. Daher dürfen überflutungsgefährdete Gebiete nicht mehr bebaut werden und bebaute Überflutungsgebiete müssen langfristig renaturiert werden. Flächenversiegelungen müssen in der gesamten Stadt minimiert werden. Das von uns initiierte Hochwasserschutzkonzept ist konsequent umzusetzen.

Die große Zahl an Brachflächen in der Stadt lädt zum städtischen Gärtnern ein. Wir möchten, dass rechtliche Rahmenbedingungen geschaffen werden, um die Chemnitzer zu ermutigen, in eigener Regie Flächen für Urban Gardening zu nutzen und die Beteiligung engagierter Menschen an der Pflege von Grünflächen zu ermöglichen.

Städtische Grünflächen sollen vermehrt bewirtschaftet und zur nachhaltigen Erzeugung regionaler Lebensmittel genutzt werden. Die Haltung von Nutztieren wie Bienen oder Schafen zur Beweidung städtischer Wiesen können ebenso dazu beitragen wie Streuobstwiesen oder Anbauflächen für Obst und Gemüse. Naschgrün kann zu einem selbstverständlichen Bestandteil von öffentlichen Grünanlagen werden. Ein Stadtbauernhof könnte schließlich den organisatorischen Rahmen schaffen, um Lebensmittel lokal zu erzeugen und zu vermarkten. Stadt und Umland können sich so zu essbaren Landschaften entwickeln.

Tierpark, Wildgatter und Botanischer Garten sind unverzichtbare öffentliche Natur- und Umweltbildungseinrichtung. Sanierungs- und Wertverbesserungsmaßnahmen, die Modernisierung und Vergrößerung von Gehegen sowie die Verbesserung der Aufenthaltsqualität für die Gäste sind dringend notwendig. Das bloße Ausstellen von Tieren ist unmodern. Deshalb unterstützen wir eine Entwicklung, die Artenschutz, artgerechte Tierhaltung und Präsentation ganzer Ökosysteme in den Vordergrund stellt, um die Öffentlichkeit für die Gefährdung der Biodiversität zu sensibilisieren. Statt mit Jagd und Landwirtschaft sollte sich auch die Zooschule vermehrt mit Artenschutz, Tierschutzfragen und Biodiversität beschäftigen. Eine gemeinsame Organisation dieser drei Einrichtungen wird diesen Anforderungen am ehesten gerecht.

Mit der Umsetzung der Trassenvariante 5.3 für die neue Stadtbahnlinie des Chemnitzer Modells ist die stadtbildprägende Allee auf der Reichenhainer Straße zu mindestens 70 % zu erhalten. Diese Trassenvariante bietet Raum für die vorhandene Allee und die neue Stadtbahnlinie sowie für breite Fußwege und eine Fahrbahn, die sich Autos und Radfahrer teilen.

Im Stadtrat setzen wir uns dafür ein, dass

  • städtische Grünflächen zunehmend ökologisch, naturnah und pflegearm umgestaltet werden
  • mehr Straßenbäume gepflanzt und die Standortbedingungen der Straßenbäume im Bestand systematisch verbessert werden
  • ein Handlungskonzept für Beteiligungsmöglichkeiten von engagierten Menschen an der Grünanlagenpflege erarbeitet und umgesetzt wir
  • Konzepte für die langfristige Entwicklung von Tierpark, Wildgatter und Botanischem Garten erarbeitet werden
  • das Hochwasserschutzkonzept umgesetzt wird