Kultur und Sport: Vielfalt erleben

Plakate KW 2014 Chemnitz WEB_6Chemnitz hat kulturell hohes Ansehen und viel zu bieten: Robert-Schumann-Philharmonie, Oper, Schauspielhaus, Kunst-, Technik- und Naturkundemuseen. Große Inszenierungen und innovative Ausstellungen locken Gäste von weit her. Das Tietz bietet für die Stadtbewohner kulturelle Bildung auf hohem Niveau. Die Freie Kulturszene lädt zu spannenden, unerwarteten Entdeckungen ein. Es ist falsch, Kultur insgesamt und insbesondere das Theater immer nur auf einen Kostenfaktor zu reduzieren. Oberzentrum zu sein, heißt, Verantwortung für Stadt, Umland und Region zu tragen. Deshalb braucht Westsachsen genauso wie die Regionen Dresden und Leipzig ein Volltheater mit hohen Qualitätsstandards. Das Theater Chemnitz muss mit fünf Sparten und einem A-Orchester bestehen bleiben. Sonst verliert Chemnitz den Anspruch auch kulturelles Oberzentrum zu sein. Eine interessante Kulturlandschaft ist Standortfaktor. Fachkräfte beziehen die Angebote an Kunst, Kultur und kultureller Bildung in ihre Entscheidung für Arbeitsplätze ein. Der Ruf der Stadt und ihre kulturelle Ausstrahlung sind somit von zentraler Bedeutung für die Anwerbung von Fach- und Führungskräften aus Wirtschaft und Wissenschaft. Plakate KW 2014 Chemnitz WEB_9Kultur befähigt Menschen zu Identitätsbildung, zur Kritik und zur Suche nach persönlichen und gesellschaftlichen Visionen. Deshalb wollen wir kulturelle Aktivitäten und künstlerische Betätigung für viele Menschen ermöglichen  und öffentliche Kulturräume wie Jugendhäuser, Ateliers, Proberäume, Theater, Musikschule und Ausstellungsorte erhalten und weiterentwickeln. Wir treten dafür ein, dass die Freie Kulturszene ausreichend finanziert wird. Mindestens fünf Prozent des Kulturhaushaltes der Stadt Chemnitz müssen dafür zur Verfügung stehen. Für junge Menschen ist eine attraktive und lebendige Clubszene Ausdruck einer lebenswerten Stadt. Tanzveranstaltungen und Konzerte in Diskotheken und unter freiem Himmel finden erheblichen Zuspruch. Chemnitz war mit dem splash!-Festival Gastgeber des größten HipHop-Festivals Europas. Festivals wie das Blume, MSBeat oder das Kosmonautfestival sind Beispiele für kreatives Potential in Chemnitz. Um das zu unterstützen, fordern wir vereinfachte Anmeldeverfahren für Festivals. Die aktuellen Fälle Atomino und Weltecho zeigen, dass Clubs in der Stadt vor großen Problemen stehen. Die Stadt muss daher einen Dialog anregen, um Klagen Einzelner gegen Clubs vorzubeugen. So können frühzeitig Lösungen gefunden werden, um diese kulturellen Zentren zu erhalten. Jedem Kind ein Instrument! Wir wollen dazu beitragen, die Voraussetzungen für die musikalische Bildung der Kinder in Chemnitz zu verbessern. Dazu gehört eine dem personellen und räumlichen Bedarf entsprechend ausgebaute Musikschule und Ausbildungsmöglichkeiten für hochbegabte Kinder, damit diese nicht Chemnitz verlassen und an die Musikgymnasien nach Dresden, Zwickau und Leipzig wechseln müssen. Das Tietz ist ein zentraler Ort der kulturellen Bildung in Chemnitz und für die Region. Insbesondere die Volkshochschule und die Stadtbibliothek dienen der Weiterbildung. Wir wenden uns deshalb entschieden gegen das Kaputtsparen des Tietz, insbesondere gegen die Senkung des Medienetats und gegen unangemessene Gebührenerhöhungen in der Volkshochschule und in der Stadtbibliothek. Bildung muss für alle Menschen zugänglich und bezahlbar bleiben. Nur mehr und attraktive Angebote führen auch zu Mehreinnahmen. Wir setzen uns für eine Fünf-Jahres-Budgetierung des Hauses ein. Nur so ist kontinuierliches Arbeiten möglich. Chemnitz hat viele gute Museen. Die Sammlungen sind als Schatz der Bürgerschaft sorgfältig zu pflegen. Für Museen in Existenznöten sind tragfähige Lösungen zu finden. Das gilt im Besonderen für das Sächsische Eisenbahnmuseum sowie die beiden Museen, die Sammlungen im Auftrag der Stadt verwalten: die Neue Sächsische Galerie und das Museum für Sächsische Fahrzeuge. Dem Eisenbahn- und dem Fahrzeugmuseum wollen wir eine Perspektive schaffen, indem sie in den Zweckverband Sächsisches Industriemuseum aufgenommen werden. Chemnitz wird vor allem als Wirtschafts- und Industriestandort wahrgenommen. Wir möchten die Ausstrahlung der Stadt dahingehend verändern, dass auch die Chancen für Kultur- und Kreativwirtschaft sichtbar werden. Wir setzen uns daher dafür ein, dass an der Chemnitzer Universität ein Kreativstudiengang geschaffen wird. Denn wie kaum eine andere Stadt bietet Chemnitz viele Freiräume für Kreative zum Experimentieren und Arbeiten. Einige Stadtbrachen, Gebäude oder ganze Quartiere wie der Brühl könnten sofort genutzt werden. Neue, innovative und alternative Projekte dürfen nicht an fehlender Toleranz, Mutlosigkeit, bürokratischen Hürden oder Kosten scheitern. “Stadt entfalten statt verwalten” muss als Grundsatz gelten. Auch deshalb fordern wir die Fortschreibung des Kulturentwicklungsplanes, der 2012 beendet war. In ihm müssen, wie im Sportentwicklungsplan, Sanierungsschwerpunkte für die Kultureinrichtungen festgelegt werden. Die Mittel dafür sind in die mittelfristige Haushaltsplanung der Stadt Chemnitz aufzunehmen. Als Beispiel hierfür sei das Kulturzentrum Arthur genannt. Als Entwicklungsschwerpunkt sehen wir die Filmförderung, denn mehrere junge Chemnitzer RegisseurInnen haben in der letzten Zeit nationale Preise erhalten. Deshalb wollen wir die Förderung der Filmwerkstatt stärken. Auch möchten wir die institutionelle Förderung des Weltechos als eine Off-Theater Bühne. Die Stärkung der freien Medienlandschaft ist uns wichtig. Kinder- und Jugendliche müssen den verantwortungsvollen Umgang mit Medien lernen. Wir möchten das freie Radio RadioT erhalten und stärker fördern. Daneben setzen wir uns dafür ein, dass die Stadt die Idee des Freifunks fördert und nach Möglichkeiten sucht, sich mit ihrer Infrastruktur zu beteiligen. Möglichst vielen Menschen sollte ein kostengünstiger Medienzugang zur Verfügung stehen. Eine selbständige Stadtmarketing-Gesellschaft muss die kulturellen Einrichtungen in ihrer Gesamtheit besser vermarkten und die Öffentlichkeitsarbeit koordinieren. Im Stadtrat setzen wir uns dafür ein, dass

  • das Theater Chemnitz mit fünf Sparten und einem A-Orchester bestehen bleibt
  • fünf Prozent des Kulturhaushaltes der Stadt Chemnitz für die freie Szene zur Verfügung steht
  • die städtische Musikschule ausgebaut wird
  • die Angebote des Tietz in hoher Qualität erhalten bleiben 
  • Lösungen für Museen in Existenznot geschaffen werden
  • freie Medien wie das RadioT erhalten bleiben
  • Clubs als Orte der Kultur anerkannt werden

Sport beinhaltet neben der Gesundheitsförderung und Leistungsbereitschaft auch Gemeinschaft und hat eine integrative, soziale Komponente. Große Bedeutung messen wir dem Breitensport, insbesondere dem Kinderund Jugendsport bei. Wir unterstützen die Entfaltung des sportlichen Talents. Sportvereine und Initiativen, insbesondere mit einem hohen Anteil von Kindern und Jugendlichen sind kontinuierlich finanziell zu fördern. Die Stadt steht in der Verantwortung, die Sportstätten zu erhalten und ausreichend Kapazitäten zur Verfügung zu stellen. Aus unserer Sicht fehlen in Chemnitz vor allem Turnhallenkapazitäten für den Kinder- und Jugendsport sowie Wasserflächen. Im Stadtrat setzen wir uns dafür ein, dass

  • eine neue Schwimmhalle errichtet wird
  • mehr Fachkräfte für den Erhalt und Betrieb der Sportstätten eingestellt werden
  • das Freibad Bernsdorf erhalten bleibt
  • eine neue Sporthalle für den Kinder- und Jugendsport errichtet wird