Aufruf zum Gedenken: Chemnitzer Friedenstag 5. März 2007

friedenstagLiebe Chemnitzerinnen und Chemnitzer!

Am 5. März wird die Stadt Chemnitz der Opfer der Bombardierung im März 1945 gedenken. Wie jedes Jahr wird auch unser Kreisverband an dieser Gedenkfeier teilnehmen. Im Wissen um die historischen Ursachen des Leides vieler Menschen unserer Stadt war und ist dieser Tag für uns nicht nur Erinnerung, sondern immer auch Mahnung. Genau wie der 13. Februar 1945 in Dresden nahm auch der 5. März in Chemnitz seinen Anfang im Januar 1933. Mit Sorge haben wir in den letzten Jahren deshalb auch den Missbrauch dieses Gedenkens durch rechtsextreme Kräfte beobachtet.

Seit Mitte Februar mobilisiert nun erstmals die NPD-Chemnitz für eine verstärkte Präsenz auf dem städtischen Friedhof. Lassen Sie uns deshalb gemeinsam mit allen demokratischen Kräften dieser Stadt am kommenden Montag ein deutliches Zeichen dafür setzen, dass den Opfern gerecht werden auch bedeutet, die Ursachen für Leid und Zerstörung zu benennen und Sorge dafür zu tragen, dass dieser Zusammenhang im Bewusstsein heutiger und kommender Generationen bleibt und das Handeln bestimmt. Kommen Sie mit Ihren Familien, Freunden, Bekannten, Arbeitskollegen auf den städtischen Friedhof! Verbreiten Sie den Aufruf der Bürgermeisterin! 

Die Teilnehmer der Gedenkveranstaltung treffen sich am Montag, dem 05. März 2007 am Friedhofseingang Augsburger Straße/Ecke Grünband und begeben sich 09:00 Uhr zum Mahnmal auf dem Städtischen Friedhof.

Petra Zais
für den Vorstand von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN
Kreisverband Chemnitz

Mehr Informationen zum Chemnitzer Friedenstag 2007

GRÜNER Antrag im Stadtrat: Chemnitz soll gentechnikfreie Region werden

eckige-tomatenMünchen war die erste Stadt Deutschlands, die sich zur gentechnikfreien Region erklärte. Bremen, Hamburg und Berlin folgten. 2006 beschloss der Leipziger Rat, bei der Verpachtung seiner landwirtschaftlichen Flächen die Verwendung gentechnisch veränderter Organismen (GVO) auszuschließen. "Wir wollen, dass Chemnitz diesen Beispielen folgt" so die GRÜNE Stadträtin Annekathrin Giegengack, die dazu einen umfangreichen Antrag für die nächste Ratsitzung erarbeitet hat.

In den Pachtverträgen zu landwirtschaftlichen Flächen in städtischem Eigentum – immerhin 977 Hektar – soll ein Verzicht auf Einsatz und Freisetzung von GVO vereinbart werden. Weiteres Ziel: Die Stadt unterstützt den Zusammenschluss der Landwirte zu einer gentechnikfreien Region. Gentechnikfreiheit soll darüber hinaus eine Vergabebedingung bei der Ausschreibung der Kinder- und Schulverpflegung werden.

Giegengack: "Die große Mehrheit der Menschen lehnt Gentechnik auf Acker und Teller ab – weil die Auswirkungen auf die Gesundheit nicht geklärt und die ökologische Risiken nicht abschätzbar sind. Die Kirchen haben hier eine klare Position: Wir Menschen sind zur Bewahrung der Erde verpflichtet.
Agro-Gentechnik hingegen ist ein gefährliches Spiel mit der Schöpfung."

Im Vorfeld zur Diskussion des Antrages im Rat findet am 6. März eine öffentliche Veranstaltung der GRÜNEN Bundestagsfraktion in der Friedenskirche Chemnitz statt: Ab 19 Uhr diskutieren Joachim Krause, Umweltbeauftragter der Evangelisch-Lutherischen Landeskirche Sachsen, die Vorsitzenden des Bundestagsausschusses für Ernährung-, Landwirtschaft und Verbraucherpolitik, Ulrike Höfgen sowie Manfred Hastedt vom Chemnitzer Umweltzentrum die Frage: Ist Gentechnik verantwortbar?

Antrag und weitere Informationen: www.gruene-chemnitz.de/gentechnik

Wir trauern um unseren Freund Armin Forbrig

Armin Forbrig

Am 26. Februar 2007 – kurz vor seinem 70. Geburtstag – verstarb unser langjähriges Mitglied Armin Forbrig. Seine aufrechte und ehrliche Haltung machte ihn zu einer Schlüsselperson in der Zeit der großen Montagsdemonstrationen in Karl-Marx-Stadt: Er stritt in vorderster Front für die Ziele des Neuen Forums. Als Sprecher des Bürgerkomitees zur Auflösung des MfS erwarb er unser Vertrauen und unsere Hochachtung. Armin Forbrig, Bildhauer und langjähriger Vorsitzender des „Chemnitzer Künstlerbundes“ gehört zu den Gründungsmitgliedern von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN in Chemnitz.

Am 26. Februar 2007 – kurz vor seinem 70. Geburtstag – verstarb unser langjähriges Mitglied Armin Forbrig. Seine aufrechte und ehrliche Haltung machte ihn zu einer Schlüsselperson in der Zeit der großen Montagsdemonstrationen in Karl-Marx-Stadt: Er stritt in vorderster Front für die Ziele des Neuen Forums. Als Sprecher des Bürgerkomitees zur Auflösung des MfS erwarb er unser Vertrauen und unsere Hochachtung. Armin Forbrig, Bildhauer und langjähriger Vorsitzender des „Chemnitzer Künstlerbundes“ gehört zu den Gründungsmitgliedern von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN in Chemnitz. In den letzten Jahren arbeitete er in der grünen Landes- arbeitsgemeinschaft Kunst und Kultur mit.

Unser Kreisverband fühlt mit den Angehörigen und Freunden. Steffi Zaumseil gilt unser Dank. Als Freundin und Lebensgefährtin hat sie Armin bis zur letzten Minute seines Leidens treu zur Seite gestanden.

Der Tod von Armin Forbrig reißt eine Lücke in unseren grünen Kreisverband und in viele persönliche Beziehungen. Mit seiner Unerschrockenheit und seiner dem Leben zugewandten Art gab er vielen von uns Kraft und Mut. So werden wir ihn in Erinnerung behalten.

Die Mitglieder von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN Chemnitz

Armin Forbrig

Erinnerungen an Armin Forbrig

Frühlingswanderung des Kreisverbandes in Crossen, 6. Mai 2006, Ein deutsches Hemd (Armin Forbrig 2004), Der König vom Schlossberg (Krone von Ralph Siebenborn)

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Biometrischer Pass: Verweigerung von Fingerabdrücken bleibt ohne Sanktionen

fingerabdruckJohannes Lichdi, innenpolitischer Sprecher der bündnisgrünen Landtagsfraktion Sachsens mit Regionalbüro in Chemnitz, fordert die Chemnitzer Stadtverwaltung auf, jeden Bürger darauf hinzuweisen, eine Abnahme der Fingerabdrücke für einen Pass mit biometrischen Daten verweigern zu können.

In einer Pressemitteilung vom 9.2.2007 wies die Stadt Chemnitz auf einen Testversuch des Bundesinnenministeriums zur Erprobung des Reisepasses mit biometrischen Daten hin, an dem sich Chemnitz im Zeitraum vom 1. März 2007 bis 30. März 2007 beteiligen wird. Darin werden die Bürgerinnen und Bürger aufgefordert, "bei der Abnahme der Fingerabdrücke mitzuwirken." Christina Lorenz, Leiterin des Bürgeramtes der Stadt Chemnitz, spricht davon, dass "das Mitmachen (..) für die Bürger Pflicht (ist)" (Freie Presse, 22. Februar 2007, S. 2).

"Mit diesen Äußerungen wird versucht, Bürgerinnen und Bürger zur Abgabe von Fingerabdrücken zu drängen", kritisiert Johannes Lichdi. Sachsens Innenminister, Dr. Albrecht Buttolo, erklärte auf eine Mündliche Frage des innenpolitischen Sprechers, dass bei der Verweigerung einer Abnahme von biometrischen Daten der Passantragssteller keine Sanktionen zu erwarten hat. "Eine Weigerung macht auch durchaus Sinn, weil biometrische Verfahren bislang nicht nur fehleranfällig sind, sondern auch der Beweis eines konkreten Sicherheitsgewinns bisher nicht erbracht wurde", erklärt Lichdi.

Die Bundesregierung hat mit Eilbedürftigkeit erst Anfang Januar einen Gesetzentwurf eingebracht, der für die Abnahme von biometrischen Daten die rechtliche Grundlage schaffen soll. Rechtsgrundlage für die anlaufenden Testversuche, von denen nicht nur Chemnitz, sondern auch Taucha und Meißen betroffen sind, ist § 23 a Passgesetz (PassG), der mit dem Terrorismusbekämpfungsergänzungsgesetz zur Erprobung der Technik am 5. Januar 2007 eingeführt wurde.

Veranstaltungshinweis: Folgen des Klimawandels für die Region Chemnitz

sturmwarnungOrkane? Heiße Sommer? Winter ohne Schnee? Der Wandel des Klimas findet nicht nur an den Polen der Erde oder an den Rändern der Wüsten statt – auch direkt vor unserer Haustür sind die Auswirkungen längst zu spüren. Über die Konsequenzen für Politik und Wirtschaft diskutieren Vertreter von Stadtwerken und Umweltamt Chemnitz mit Landes- und Kommunalpolitikern.

 

Dienstag, 20. Februar 2007
DAStietz, Moritzstraße 20, Chemnitz, Foyer
19.00 Uhr
Eintritt frei!

Eine Veranstaltung der Lokalen Agenda 21 Chemnitz im Rahmen der Ausstellung “Klimawandel in Sachsen” vom 1. – 26. Februar 2007 im Dastietz

Rückfragen zur Veranstaltung: Herr Hastedt, Tel. 0371 488 6177
www.umweltzentrum-chemnitz.de
www.klimawandel.weiterdenken.de