Mobilität

Änderungsantrag zum Radverkehrskonzept

Nach vier Jahren intensiver Diskussion beschloss der Stadtrat in seiner Sitzung am 19. Juni 2013 das Radwegkonzept der Stadt Chemnitz. Damit wurde ein Beschluss realisiert, der auf eine Initiative der Fraktion B90/DIE GRÜNEN aus dem Jahr 2009 zurückgeht.

Die Erarbeitung erfolgte unter systematischer Einbindung von relevanten Akteuren aus Verbänden, Vereinen und Interessengruppen, aus der Kommunalpolitik sowie aus der Stadtverwaltung. Unsere Fraktion begrüßte ausdrücklich das Konzept. Auch wenn es in Detailfragen unterschiedliche Auffassungen gibt, stimmt doch die grundsätzliche Richtung der vorgeschlagenen Maßnahmen mit unseren Vorstellungen überein.

Das sind die grundsätzlichen verkehrspolitischen Ziele:

– Verdoppelung des Radverkehrsanteiles bis zum Jahr 2020 von derzeit 6 % auf 12 % aller in Chemnitz zurückgelegten Wege

– Etablierung des Leitbildes einer „Fahrradfreundlichen Stadt Chemnitz“

– Engagement der Stadt Chemnitz zur Förderung des Radverkehrs in der Metropolregion Mitteldeutschland und auf Ebene des Freistaates Sachsen

Das sind die verkehrsplanerische Grundsätze:

– Hierarchisiertes Radverkehrsnetz mit innenstadtnahen Ringen in Verbindung der auf das Zentrum zulaufenden Radialen – Infrastrukturmaßnahmen auf dem aktuellen Stand der Technik

– Einheitliche Wegweisung nach bundesweitem Standard für ausgewählte Teile des Netzes für den Alltagsradverkehr sowie die radtouristischen Routen

– Fahrradabstellanlagen in hoher Qualität und ausreichender Quantität mit den Schwerpunkten Innenstadt und Hauptbahnhof

– Gezielte Aktivitäten im Bereich Marketing und Öffentlichkeitsarbeit zur Förderung des Radverkehrs und zur Erhöhung der Verkehrssicherheit

Das ist die konzipierte finanzielle Ausstattung und Koordinierung der Radverkehrsförderung:

Zweckgebundenes jährliches Finanzbudget (Ansatz: 0,6 Mio. EUR)

– Etablierung eines Radverkehrsbeauftragten in der Stadtverwaltung

 

Da für die Umsetzung des Konzeptes bis zum Jahr 2020 jährlich mindestens 0,6 Mio Euro notwendig in den Haushalt eingestellt werden müssen, wollten wir mit einem Änderungsantrag den in der Beschlussvorlage enthaltenen Finanzierungsvorbehalt streichen lassen.

 

Allerdings erhielten wir dafür im Stadtrat keine Mehrheit.

 

Änderungsantrag zum Radverkehrskonzept

OB-Kandidat Volkmar Zschocke: Mit dem Intercity ohne Umsteigen in die Partnerstadt Düsseldorf

Bahnaktion-WebMit einem neuen Expresszug-System will die DB die Mitte Deutschland Verbindung ab 2016 schneller machen. Volkmar Zschocke, Kandidat der Chemnitzer GRÜNEN für die Oberbürgermeisterwahl sieht darin eine große Chance für eine Fernverkehrsanbindung von Chemnitz Richtung Westen: „Die Bahn plant drei neue IC-Zugpaare aus der Richtung Rhein-Ruhr und Kassel kommend über Erfurt, Weimar, Jena bis nach Gera fahren zu lassen. Jetzt muss Chemnitz mit der Region darum kämpfen, dass diese Züge bis in unsere Stadt weitergeführt werden!“

Zschocke schlägt vor, die geplanten neuen IC-Doppelstockzüge zwischen Gera und Chemnitz – wie in Thüringen geplant – in Fahrplan und Tarifsystem des regionalen Verkehrsverbundes zu integrieren: „Hier muss es Bereitschaft und Entschlossenheit aller Beteiligten geben. Der IC ist zum Greifen nahe – Stadt und Verkehrsverbund Mittelsachsen sollten jetzt schnell handeln. Auch der Freistaat muss ins Boot. Es wäre peinlich, wenn so eine große Chance an fehlender Flexibilität auf sächsischer Seite scheitern würde.“

Zschocke will das Thema sofort angehen, sollte er zum Oberbürgermeister gewählt werden: „Hier gibt es eine Möglichkeit, Chemnitz kurzfristig wieder an das Fernbahnsystem der DB anzuschließen. Der Kampf um bessere Anbindung Richtung Süden über die Sachsen-Franken-Magistrale und Richtung Leipzig darf diese Möglichkeit nicht außer Acht lassen.“

 

Zum Foto: Im Sommer beim „Bahngipfel“ demonstrierten gemeinsam mit Volkmar Zschocke Mitglieder der Landtagsfraktion der GRÜNEN.

 

Hintergrund:
——————
Gemeinsame Medieninformation des Thüringer Verkehrsministeriums und der DB Fernverkehr vom 23.04.2013
http://www.thueringen.de/th9/tmblv/presse/pm/71178/
http://dmm.travel/news/artikel/lesen/2013/04/schnelle-mitte-deutschlands-50382/

***
www.chemnitz-ob.de

GRÜNE Vision für die Reichenhainer Straße – im Ausschuss abgelehnt

 C-Modell_Montage

Diese Vision für die Reichenhainer Straße hatte BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN Chemnitz im November 2012 formuliert. Sie war Basis für den Änderungsantrag im Planungs-, Bau- und Umweltausschuss am 14. Mai 2013, der leider mehrheitlich mit den Stimmen der SPD, CDU und FDP abgelehnt wurde.

Kern der GRÜNEN Vision für die Reichenhainer Straße ist eine Verkehrsberuhigung. Dadurch ist auf der Straße genügend Platz für die gewachsene, stadtbildprägende Allee, eine neue Stadtbahnlinie, breite Fußwege und eine Fahrbahn, die sich Autos und Radfahrer teilen. Gleichzeitig wird die Straße aufgewertet und kann sich zu einem lebendigen Zentrum des Campus und des Wohngebiets entwickeln. Ein neuer Platz mit hoher Aufenthaltsqualität zwischen Mensa und Hörsaalgebäude der TU unterstützt diesen Ansatz.

Den Uni Campus auf der Reichenhainer Straße erreicht man mit der Bahn aus dem Umland ohne Umsteigen. Das „Chemnitzer Modell“ als umweltfreundliche Alternative zur Fahrt mit dem eigenen Auto verbessert die ÖPNV-Anbindung des Uni-Campus und der umliegenden Firmen und Forschungsinstitute deutlich. Der dadurch attraktiver gewordene ÖPNV ist ein Beitrag zum Erreichen der Klimaziele der Stadt Chemnitz. Der Bau der neuen Trasse ist der Schlüssel zu einer intelligenten Umgestaltung der Flächen und Verkehrswege im Univiertel.

In der Mitte der Straße sorgt eine Platanenallee für ein urbanes Flair und ein besseres Stadtklima. Rechts von der Allee, stadteinwärts gesehen, fährt die Bahn über eine begrünte Trasse. Diese ist so weit wie möglich von den Bäumen entfernt angelegt, um den Aufwand zur Baumpfl ege und eine mögliche Schädigung der Wurzeln zu minimieren. Dafür ist reichlich Platz. Nur an einer Stelle stehen drei Häuser so nahe an der Straße, dass an dieser Stelle vielleicht vorhandene Platanen gefällt werden müssen. Neue Bäume werden dort so gepflanzt, dass die Oberleitungen der Straßenbahn nicht beeinträchtigt werden. Breite Fußwege laden zum Flanieren ein, Radfahrer und Autos teilen sich die Straßenflächen. Für den Durchgangsverkehr werden perspektivisch andere Verbindungen erweitert und verbessert.

Die Fraunhoferstraße wird bis zur Werner-Seelenbinder-Straße verlängert und dadurch sowohl für Anlieger und für Durchgangsverkehr besser nutzbar. Die Uni gewinnt eine zweite „Schauseite“, an der die Institute und neuen Unternehmen aus der zweiten Reihe heraustreten und sichtbar werden. Hier ist Raum für die Verlegung von Parkplätzen, die jetzt noch von der Reichenhainer Straße aus angefahren werden.

Auch die Durchwegung des Gebiets auf der anderen Seite der Reichenhainer Straße (Wartburgstraße, Vetterstraße, Dittestraße) wird für den Anliegerverkehr, für Radfahrer und Fußgänger verbessert. Die Reichenhainer Straße wird eine lebendige Verbindung in die City, ein Straßenraum mit hoher Aufenthaltsqualität. Der Gewinn wird besonders zwischen Mensa, neuem Hörsaalgebäude und Turmbau deutlich. Bei einer Umgestaltung entsteht hier ein platzartiger Bereich, ein echtes Zentrum des Reichenhainer Campus.

Der Autoverkehr wird mit Tempo 30 über die 1 km lange Strecke geführt und stellt nicht länger ein Hindernis bei der Überquerung der Straße dar. So wird Platz gespart: Dank des beruhigten Verkehrs sind auf diesem grünen Straßenabschnitt keine extra Fahrradstreifen oder -wege mehr nötig. Parkplätze direkt an der Straße gibt es künftig nur, wo sie etwa für Geschäfte gebraucht werden. Deshalb finden auf der neu gestalteten Reichenhainer Fußgänger, Autos und Radfahrer ebenso Platz, wie die Stadtbahn und die vorhandene Allee.

Die Bürger der Stadt, vor allem aber die Anwohner, die Studenten und die Mitarbeiter von Uni und umliegenden Firmen und Forschungsinstituten werden in die Planungen einbezogen, um einen Ausgleich zwischen verschiedenen Interessen und Sichtweisen zu fi nden.

AG Stadtentwicklung Ansprechpartner: Jörg Schuster · Mail: joerg.schuster@gruene-chemnitz.de

OB-Kandidat Volkmar Zschocke zur Bahn auf der Reichenhainer Straße

Morgen entscheidet der Planungsausschusses der Stadt über die Straßenbahnführung auf der Reichenhainer Straße. Volkmar Zschocke, Kandidat der Chemnitzer GRÜNEN zur OB-Wahl, hat dazu eine klare Meinung. Er fordert den Erhalt der Allee und die Aufwertung der Straße als Rückgrat des TU-Campus.

Er sagt: „Auf dem Uni-Campus sind die potentiellen Fahrgäste. Die Straßenbahn muss deshalb auch auf der Reichenhainer Straße fahren und halten. Die Trassenführung muss zudem dem tausendfachen Bürgerwillen nach Erhalt der vorhandenen Allee genauso Rechnung tragen wie dem Wunsch nach konsequenter Verkehrsberuhigung zur Aufwertung des Gebietes. So wird die Reichenhainer Straße zu einem lebendigen grünen Rückgrat des UniCampus mit hoher Aufenthaltsqualität und weniger Verkehrslärm!“
Schon zum Beginn der Diskussionen um die Trassenführungen hätten die Chemnitzer GRÜNEN mit einer „GRÜNEN Vision für die Reichenhainer Straße“ den Erhalt der Allee und die Aufwertung des öffentlichen Raums durch Verkehrsberuhigung gefordert: „Wenn 3000 Einwohner diese Forderung unterstützen, darf Oberbürgermeisterin Ludwig jetzt nicht auf Konfrontation gehen! Mir ist völlig unverständlich, wieso sie immer noch eine Variante favorisiert, die einen kompletten Kahlschlag auf der Reichenhainer beinhaltet und die derzeitige breite Straßenaufteilung beibehält“, so Zschocke.
Die Fraunhoferstraße wird die Reichenhainer vom Durchgangsverkehr entlasten. Zschocke schlägt daher vor, die Planungsvariante, welche die Straßenbahn in Seitenlage auf der jetzigen stadtwärtigen Richtungsfahrbahn vorsieht, weiterzuentwickeln: „Ist der Durchgangsverkehr raus aus der Reichenhainer, dann ist Platz für umfassenden Baumerhalt, Straßenbahn, Fußwege und eine verkehrsberuhigte schmale Anliegerfahrbahn. Bei Mensa und Hörsaalgebäude kann sogar eine Shared Space entstehen, ein Bereich, in dem alle Verkehrsteilnehmer gleichberechtigt sind. Derartige Konzepte werden anderswo längst erfolgreich umgesetzt!“
Zschocke sieht in der Verkehrsberuhigung direkten Baumschutz: „Weniger Schadstoffe, weniger Bodenverdichtung und weniger Versalzung im Winter – so wird die wertvolle Platantenallee sich richtig erholen können. Die Wohn- und Aufenthaltsqualität für Anwohner und Studenten wird steigen.“
Abschließend fügt Zschocke hinzu “Erhalt und Pflege von Straßenbäumen sowie die Aufwertung des öffentlichen Raums durch innovative Verkehrsberuhigungskonzepte sind in der ganzen Stadt ein wichtiges Thema. Ich mische mich dafür ein, dass an viel mehr Orten der öffentliche Raum durch vitales Stadtgrün und Verkehrsberuhigung aufgewertet wird.“

Mehr zu Volkmars Zschocke Positionen unter www.chemnitz-ob.de

Allee Reichenhainer Straße Gutachten Baumbestand

Bei der derzeit laufenden Diskussion zum Verlauf des Chemnitzer Modells auf der Reichenhainer Straße gibt es unterschiedliche Äußerungen zur Qualität des Baumbestandes.

1. Gibt es eine Stellungnahme des Chemnitzer Umweltamtes zur Baumallee Reichenhainer Straße? Wenn ja, was sind die wesentlichen Aussagen? Welche Empfehlungen gibt das Umweltamt?

2. Wird die Stellungnahme des Umweltamtes den StadträtInnen zur Verfügung gestellt?

Download: Antwort Allee Reichenhainer Straße Gutachten Baumbestand