Stadtentwicklung

GRÜNE Vision für die Reichenhainer Straße – im Ausschuss abgelehnt

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Diese Vision für die Reichenhainer Straße hatte BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN Chemnitz im November 2012 formuliert. Sie war Basis für den Änderungsantrag im Planungs-, Bau- und Umweltausschuss am 14. Mai 2013, der leider mehrheitlich mit den Stimmen der SPD, CDU und FDP abgelehnt wurde.

Kern der GRÜNEN Vision für die Reichenhainer Straße ist eine Verkehrsberuhigung. Dadurch ist auf der Straße genügend Platz für die gewachsene, stadtbildprägende Allee, eine neue Stadtbahnlinie, breite Fußwege und eine Fahrbahn, die sich Autos und Radfahrer teilen. Gleichzeitig wird die Straße aufgewertet und kann sich zu einem lebendigen Zentrum des Campus und des Wohngebiets entwickeln. Ein neuer Platz mit hoher Aufenthaltsqualität zwischen Mensa und Hörsaalgebäude der TU unterstützt diesen Ansatz.

Den Uni Campus auf der Reichenhainer Straße erreicht man mit der Bahn aus dem Umland ohne Umsteigen. Das „Chemnitzer Modell“ als umweltfreundliche Alternative zur Fahrt mit dem eigenen Auto verbessert die ÖPNV-Anbindung des Uni-Campus und der umliegenden Firmen und Forschungsinstitute deutlich. Der dadurch attraktiver gewordene ÖPNV ist ein Beitrag zum Erreichen der Klimaziele der Stadt Chemnitz. Der Bau der neuen Trasse ist der Schlüssel zu einer intelligenten Umgestaltung der Flächen und Verkehrswege im Univiertel.

In der Mitte der Straße sorgt eine Platanenallee für ein urbanes Flair und ein besseres Stadtklima. Rechts von der Allee, stadteinwärts gesehen, fährt die Bahn über eine begrünte Trasse. Diese ist so weit wie möglich von den Bäumen entfernt angelegt, um den Aufwand zur Baumpfl ege und eine mögliche Schädigung der Wurzeln zu minimieren. Dafür ist reichlich Platz. Nur an einer Stelle stehen drei Häuser so nahe an der Straße, dass an dieser Stelle vielleicht vorhandene Platanen gefällt werden müssen. Neue Bäume werden dort so gepflanzt, dass die Oberleitungen der Straßenbahn nicht beeinträchtigt werden. Breite Fußwege laden zum Flanieren ein, Radfahrer und Autos teilen sich die Straßenflächen. Für den Durchgangsverkehr werden perspektivisch andere Verbindungen erweitert und verbessert.

Die Fraunhoferstraße wird bis zur Werner-Seelenbinder-Straße verlängert und dadurch sowohl für Anlieger und für Durchgangsverkehr besser nutzbar. Die Uni gewinnt eine zweite „Schauseite“, an der die Institute und neuen Unternehmen aus der zweiten Reihe heraustreten und sichtbar werden. Hier ist Raum für die Verlegung von Parkplätzen, die jetzt noch von der Reichenhainer Straße aus angefahren werden.

Auch die Durchwegung des Gebiets auf der anderen Seite der Reichenhainer Straße (Wartburgstraße, Vetterstraße, Dittestraße) wird für den Anliegerverkehr, für Radfahrer und Fußgänger verbessert. Die Reichenhainer Straße wird eine lebendige Verbindung in die City, ein Straßenraum mit hoher Aufenthaltsqualität. Der Gewinn wird besonders zwischen Mensa, neuem Hörsaalgebäude und Turmbau deutlich. Bei einer Umgestaltung entsteht hier ein platzartiger Bereich, ein echtes Zentrum des Reichenhainer Campus.

Der Autoverkehr wird mit Tempo 30 über die 1 km lange Strecke geführt und stellt nicht länger ein Hindernis bei der Überquerung der Straße dar. So wird Platz gespart: Dank des beruhigten Verkehrs sind auf diesem grünen Straßenabschnitt keine extra Fahrradstreifen oder -wege mehr nötig. Parkplätze direkt an der Straße gibt es künftig nur, wo sie etwa für Geschäfte gebraucht werden. Deshalb finden auf der neu gestalteten Reichenhainer Fußgänger, Autos und Radfahrer ebenso Platz, wie die Stadtbahn und die vorhandene Allee.

Die Bürger der Stadt, vor allem aber die Anwohner, die Studenten und die Mitarbeiter von Uni und umliegenden Firmen und Forschungsinstituten werden in die Planungen einbezogen, um einen Ausgleich zwischen verschiedenen Interessen und Sichtweisen zu fi nden.

AG Stadtentwicklung Ansprechpartner: Jörg Schuster · Mail: joerg.schuster@gruene-chemnitz.de

OB-Kandidat Volkmar Zschocke zur Bahn auf der Reichenhainer Straße

Morgen entscheidet der Planungsausschusses der Stadt über die Straßenbahnführung auf der Reichenhainer Straße. Volkmar Zschocke, Kandidat der Chemnitzer GRÜNEN zur OB-Wahl, hat dazu eine klare Meinung. Er fordert den Erhalt der Allee und die Aufwertung der Straße als Rückgrat des TU-Campus.

Er sagt: „Auf dem Uni-Campus sind die potentiellen Fahrgäste. Die Straßenbahn muss deshalb auch auf der Reichenhainer Straße fahren und halten. Die Trassenführung muss zudem dem tausendfachen Bürgerwillen nach Erhalt der vorhandenen Allee genauso Rechnung tragen wie dem Wunsch nach konsequenter Verkehrsberuhigung zur Aufwertung des Gebietes. So wird die Reichenhainer Straße zu einem lebendigen grünen Rückgrat des UniCampus mit hoher Aufenthaltsqualität und weniger Verkehrslärm!“
Schon zum Beginn der Diskussionen um die Trassenführungen hätten die Chemnitzer GRÜNEN mit einer „GRÜNEN Vision für die Reichenhainer Straße“ den Erhalt der Allee und die Aufwertung des öffentlichen Raums durch Verkehrsberuhigung gefordert: „Wenn 3000 Einwohner diese Forderung unterstützen, darf Oberbürgermeisterin Ludwig jetzt nicht auf Konfrontation gehen! Mir ist völlig unverständlich, wieso sie immer noch eine Variante favorisiert, die einen kompletten Kahlschlag auf der Reichenhainer beinhaltet und die derzeitige breite Straßenaufteilung beibehält“, so Zschocke.
Die Fraunhoferstraße wird die Reichenhainer vom Durchgangsverkehr entlasten. Zschocke schlägt daher vor, die Planungsvariante, welche die Straßenbahn in Seitenlage auf der jetzigen stadtwärtigen Richtungsfahrbahn vorsieht, weiterzuentwickeln: „Ist der Durchgangsverkehr raus aus der Reichenhainer, dann ist Platz für umfassenden Baumerhalt, Straßenbahn, Fußwege und eine verkehrsberuhigte schmale Anliegerfahrbahn. Bei Mensa und Hörsaalgebäude kann sogar eine Shared Space entstehen, ein Bereich, in dem alle Verkehrsteilnehmer gleichberechtigt sind. Derartige Konzepte werden anderswo längst erfolgreich umgesetzt!“
Zschocke sieht in der Verkehrsberuhigung direkten Baumschutz: „Weniger Schadstoffe, weniger Bodenverdichtung und weniger Versalzung im Winter – so wird die wertvolle Platantenallee sich richtig erholen können. Die Wohn- und Aufenthaltsqualität für Anwohner und Studenten wird steigen.“
Abschließend fügt Zschocke hinzu “Erhalt und Pflege von Straßenbäumen sowie die Aufwertung des öffentlichen Raums durch innovative Verkehrsberuhigungskonzepte sind in der ganzen Stadt ein wichtiges Thema. Ich mische mich dafür ein, dass an viel mehr Orten der öffentliche Raum durch vitales Stadtgrün und Verkehrsberuhigung aufgewertet wird.“

Mehr zu Volkmars Zschocke Positionen unter www.chemnitz-ob.de

Allee Reichenhainer Straße Gutachten Baumbestand

Bei der derzeit laufenden Diskussion zum Verlauf des Chemnitzer Modells auf der Reichenhainer Straße gibt es unterschiedliche Äußerungen zur Qualität des Baumbestandes.

1. Gibt es eine Stellungnahme des Chemnitzer Umweltamtes zur Baumallee Reichenhainer Straße? Wenn ja, was sind die wesentlichen Aussagen? Welche Empfehlungen gibt das Umweltamt?

2. Wird die Stellungnahme des Umweltamtes den StadträtInnen zur Verfügung gestellt?

Download: Antwort Allee Reichenhainer Straße Gutachten Baumbestand

Linienführung Chemnitzer Modell Grundsatzbeschluss

Am 14.Mai 2013 diskutierte der Planungs-, Bau- und Umweltausschuss in öffentlicher Sitzung den „Grundsatzbeschluss zur Linienführung des Chemnitzer Modells in der Reichenhainer Straße“ (B-126/2013). Die Verwaltung hatte vorgeschlagen, die Trasse in der Vorzugsvariante 2.1 (mittig über die Reichenhainer Straße) zu führen. Dieser Vorschlag richtete sich gegen den Willen einiger AnwohnerInnen, die vor allem die bestehende Baumallee in der jetzigen Form erhalten wollten. Unsere Fraktion brachte einen Änderungsantrag ein, der jedoch mit 4 Ja-Stimmen gegen 7 Nein-Stimmen keine Mehrheit gefunden hat. Dabei sollten (Variante 5.3) ca. 70% der Bäume erhalten werden und die Straßenbahn in seitlicher Lage geführt werden.

Gemäß unseres Programms und unserer Grünen Vision begrüßen wir die Fortführung des Chemnitzer Modells ausdrücklich.

DownloadÄnderungsantrag Linienführung Chemnitzer Modell Grundsatzbeschluss

Positionspapier Stadtentwicklung: Gutes Leben in Chemnitz ermöglichen

Nach einem intensiven Diskussionsprozess hat die Mitgliederversammlung von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN am 2. Juli 2012 ein Positionspapier zur Stadtentwicklung beschlossen.

Demographischer Wandel, Klimaveränderungen, die Verknappung fossiler Brennstoffe oder Einnahmerückgänge im Stadthaushalt schaffen neue Bedingungen für das Zusammenleben in der Stadt. BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN wollen auch unter diesen Bedingungen bezahlbares Wohnen und gutes Leben in Chemnitz ermöglichen. Deshalb setzen wir auf einen Wechsel hin zu kompakten energie- und ressourceneffizienten Siedlungsstrukturen und Gebäuden.

Die urbanisierte Fläche der Stadt Chemnitz ist – gemessen an der Einwohnerzahl viel zu groß. Heute wohnen 160.000 Menschen im Stadtgebiet der 30-ger Jahre, auf dem früher bis zu 350.000 Menschen wohnten. Dieses Missverhältnis führt zu immer höheren Kostenbelastungen für Stadthaushalt und Einwohner. Wir wollen die Stadt nach dem Grundsatz „umso zentraler – desto kostengünstiger“ entwickeln, d. h. Bewohnerinnen und Bewohner zentraler Siedlungsstrukturen von den Kosten überdimensionierter Infrastruktur entlasten und mit einer anderen Siedlungspolitik Bauwillige und Mietinteressenten in die Kerne und nicht an die Ränder locken.

In Chemnitz sollen sich alle Menschen wohl fühlen. Der notwendige Umbau gelingt, wenn er mit den Bürgerinnen und Bürgern erfolgt. Die Ziele sind dabei: Eine Stadt der kurzen Wege, bezahlbarer und ökologischer Wohnraum, lebenswerte Quartiere und Stadtteile sowie eine Urbanität mit Kultur, Sport und Leben.

Der Wohnungsneubau soll auf vorhandene Siedlungsachsen konzentriert werden. Siedlungswohnungsbau soll vorrangig in bereits erschlossenen Gebieten erfolgen.

Ein Rückbau von Wohngebäuden des industriellen Wohnungsbaus muss vom Rand hin zu den Siedlungsachsen und Bereichen mit sozialer Infrastruktur erfolgen. Die Erhaltung der gründerzeitlichen Bebauung hat absoluten Vorrang, da sie stadtbildprägend ist.

Eine Ausdünnung unter Zurücklassung einer überdimensionierten und kostspieligen Versorgungsinfrastruktur ist nicht sinnvoll. Ein Teilrückbau von Wohnhäusern ist meist weder ökonomisch noch ökologisch sinnvoll. Um den von uns gewollten Stadtumbau zu ermöglichen, muss der/die Oberbürgermeister/in einen Ausgleich zwischen der GGG und den Wohnungs­genossenschaften organisieren. Bei der Vergabe von Fördermitteln für den Stadtumbau sollen private Eigentümer in gleichem Maße berücksichtigt werden, wie die Großvermieter. Um einzelne Häuser zu sichern, sind weitere Wächterhäuser und alternative (Wohn-) Projekte unterstützens­werte und sinnvolle Ansätze. Bürgerinnen und Bürger sowie Vereine, die dieses Konzept vertreten und umsetzen, verdienen Unterstützung. Die städtische Siedlungsstruktur ist geprägt durch eine Blockrandbebauung. Neubauten sollen dieser Blockbebauung folgen und sich dieser in ihrem städtebaulichen Erscheinungsbild anpassen. Vorrangig sollen Lücken geschlossen werden. Wir möchten, dass begrünte Innenhöfe erhalten und von Parkplätzen frei gehalten werden. Wir unterstützen das 2011 vom Stadtrat beschlossene Siedlungswohnungsbaukonzept.

In den dicht besiedelten Gebieten sollen Straßenräume den Menschen zurückgegeben werden. Dies ist nur möglich, wenn attraktive Mobilitätsangebote im Umweltverbund geschaffen werden. Wenn Wohnen, Bildung, Versorgung und Arbeitsplätze in nicht störendem Gewerbe auch fußläufig erreichbar sind, ermöglicht dies den Rückgang des motorisierten Individualverkehrs, der derzeit an vielen Stellen die Aufenthaltsqualität in urbanen Bereichen erheblich verschlechtert. Wir wollen, dass die Innenstadt durch eine lebendige Mischung aus Wohnen, Handel und Gewerbe geprägt wird.

Für neue Handels- und Gewerbeflächen sollen vorrangig innerstädtische Industriebrachen nachgenutzt werden. Historische Bebauung soll dabei weitmöglichst erhalten und neuen Nutzungen zugeführt werden. Der großflächige Einzelhandel am Stadtrand muss reduziert werden. Wir unterstützen das Anliegen des Einzelhandels- und Zentrenkonzeptes der Stadt ausdrücklich.

 

Positionierung 2009