Stadtentwicklung

Das war unsere Podiumsdiskussion „Stadtentwicklung in Zeiten knapper Kassen“

Gestartet wurde die Podiumsdiskussion am 23. Juni von unserem Bundestagsabgeordneten Stephan Kühn mit Fragen nach dem Plus und Minus der letzten 20 Jahre Stadtumbau in Chemnitz. Das Bauen auf der „grünen Wiese“ Anfang der 90er und die zu geringe Konzentration auf das Stadtzentrum befanden alle Podiumsredner als Schwachpunkt.

Gelobt wurde deshalb das neue Zentren-Konzept der Stadt Chemnitz, einschließlich der neuen Qualität des Bürgerbeteiligungsprozesses. Die große Abrisswelle sei vorbei und die Aufwertung von Wohngebieten bestimmt künftig den Stadtumbau, so die Baubürgermeisterin Wesseler.

Getadelt wurde die unzureichende Beachtung der ökologischen Änderungen (sächsischer Klimabericht) und die ungenügende Fokussierung auf klimaschonendes Bauen und Sanieren. Mit der künftigen Zertifizierung für ökologischen Stadtumbau wird eine Qualitätswende erreicht werden.

Stadtentwicklung und Verkehrsplanung sind oft nicht zusammen entwickelt worden. Jetzt gibt es ein Verkehrskonzept, welches den überdimensionierten Ring um das Stadtzentrum dem tatsächlichen Verkehrsaufkommen anpassen wird, eine bessere Straßenraumqualität schafft, die Fußläufigkeit und Radfahrmöglichkeit verbessert, attraktive Begrünung ermöglicht und den Fluss Chemnitz erlebbar in das Stadtbild aufnimmt, so die Baubürgermeisterin Wesseler und der Stadtrat Thomas Lehmann.

Mit der geplanten Erweiterung des Schienenprojektes „Chemnitzer Modell“ wird eine Belebung der Innenstadt erwartet. Überraschung brachte die ablehnende Äußerung eines Studenten zum geplanten TU-Innenstadt-Campus und der Belebung des Brühl als künftigen Studenten-Wohnort. Man will in Bernsdorf bleiben!

Quartiersmanagerinnen und Vertreter von Bürgerinitiativen kritisierten die Einschnitte bei der Städtebauförderung. Jeder Euro dieser Förderung verdoppelt sich. Und die Schaffung einer engagierten Bürgerschaft in den Stadtteilen ist unersetzbar.

Die gute wirtschaftliche Entwicklung und die Möglichkeiten, die sich aus dem Chemnitzer Modell und den versprochenen Landesmittel ergeben, sind eine Chance, die wir als Bündnisgrüne erkennen und mitgestalten werden. Das täuscht uns nicht über die mögliche Ausdünnung im nichtinvestiven Bereich, die Schwierigkeiten bei der Schaffung einer Energiewende und die immensen Aufgaben bei der Schaffung eines kompakten Stadtkerns hinweg.

Wir bleiben am Thema und werden im Herbst ein Positionspapier beschließen.

Fotos und Text von Steffi Zaumseil, Sprecherin des Stadtverbandes Chemnitz

 

Auf dem Podium saßen Baubürgermeisterin Petra Wesseler, Architekt Frank Kotzerke, Stadtrat Thomas Lehmann, Ullrich Hintzen, Vorstand FASA AG Chemnitz, und MdB Stephan Kühn als Moderator.

 

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Podiumsdiskussion Stadtumbau Chemnitz

‚Stadtentwicklung in Zeiten knapper Kassen‘
Der Stadtverband Bündnis 90 / Die Grünen lädt ein

Donnerstag, 23. Juni 2011,19 Uhr, im DAStietz, „Neue Sächsische Galerie“, Moritzstraße 20

Während die Stadt Chemnitz über die in Aussicht gestellten 100 Millionen Landesmittel jubelt, klingt die Einschätzung des sächsischen Städte- und Gemeindetages beklemmend:

„Der konjunkturelle Aufschwung ist derzeit in den Kassen der Kommunen nicht spürbar. Der Finanzierungssaldo weist einen Verlust von rund 34 Mio Euro aus.“ Die Oberbürgermeister-Konferenz forderte am 10. Juni 2011 in Erfurt :“Stärkung der Städte für Energiewende nutzen – Städtebauförderung nicht weiter kürzen!“

Was der Geldsegen des Landes einerseits und die Städtebaumittelkürzung des Bundes andererseits für eine lebenswerte Stadt den Chemnitzer Bürgerinnen und Bürger tatsächlich bringen, darüber wird mit der Baubürgermeisterin Petra Wesseler, Frank Kotzerke vom Stadtforum, Ullrich Hintzen, Vorstand der FASA AG und den Politikern der Grünen Stephan Kühn MdB und Stadtrat Thomas Lehmann diskutiert.

Steffi Zaumseil, Sprecherin des Stadtverbandes, erklärt:“Chemnitz ist ein Paradebeispiel für Abwanderung und eine immer älter werdender Bevölkerung in deutschen Städten. Die Abrisswelle war keine Rettung für eine Neugestaltung, wie das stadtplanerisch unbefriedigende Bild des perforierten Chemnitz beweist. Die Schaffung einer kompakten Stadt, die prägende Identität einer Innenstadt, Energieinfrastruktur und Verkehrsprobleme stehen im Mittelpunkt.“

Fragen zur Diskussion sind: „Müssen die Häuser von den Stadträndern her abgerissen werden?“, “ Ist ein Teilrückbau bezahlbar?“, „Wo steht Chemnitz bei der energetischen Gebäudesanierung und dem Ausbau erneuerbarer Energien?“, „Wie können Brühl und Sonnenberg an den Stadtkern angebunden werden?“, „Wie können die Straßenräume, besonders im Innenring, dem Verkehrsbedarf angepasst werden?“

Steffi Zaumseil, Sprecherin des Stadtverbandes

GRÜNE empört über drohendes Aus für Experimentelles Karree

reba84.jpgGerstenberg: Dieses hoffnungsvolle Projekt zu beenden, zeugt weder von strategischer Weitsicht noch von ambitionierter Stadtentwicklung
Das drohende Aus für das Chemnitzer Experimentelle Karree verfolgt Karl-Heinz Gerstenberg, Parlamentarischer Geschäftsführer und kulturpolitischer Sprecher der GRÜNEN-Fraktion im Sächsischen Landtag mit Empörung.

„Seit Jahren ringen sächsische Kommunen um Konzepte und Ideen, um demografischen Schrumpfungsprozessen, Überalterung und hohen Leerstandsquoten etwas entgegenzusetzen. Gerade Chemnitz ist von der Abwanderung junger Menschen, die zum Teil nur für die Dauer ihres Studiums in der Stadt bleiben, betroffen. Vor diesem Hintergrund war und ist das Engagement der Kreativen vom Experimentellen Karree ein Glücksfall für die Stadt. Die Initiative hat definitiv das Potential, Anziehungskraft auf junge Menschen zu entfalten“, so der Landtagsabgeordnete.

Die GRÜNE-Landtagsfraktion hatte vor rund 4 Wochen u.a. in Zusammenarbeit mit Aktiven des ExKa eine ganztägige Konferenz zum Thema „Kreative Stadt“ in Chemnitz organisiert. Die positive Resonanz für die bisherige Arbeit und die weiteren Pläne des Projekts waren dabei deutlich spürbar.

Mit Verweis auf den vom Chemnitzer Stadtrat am 26. November 2008 mehrheitlich verabschiedeten Ratsbeschluss zur Unterstützung des Konzepts „Experimentelles Karree im Reitbahnviertel“ betont Gerstenberg:

„Es liegt immer noch im Ermessen der GGG und damit der Kommune, ob sie sich in der Reitbahnstraße 84 für eine Luxussanierung oder eine längerfristige Nutzungsmöglichkeit für die derzeitigen Aktiven entscheidet.“

„Die von der EU in der Legislaturperiode 2007-13 vermutlich letztmalig so großzügig bereitgestellten EFRE-Mittel bieten sich für ein solches Projekt im Bereich Stadtentwicklung an. Statt auf Zeit zu spielen und heimlich über eine hochwertige Sanierung des gesamten Reitbahnviertels zu verhandeln, wäre ein qualifizierter Antrag zielführender für die Zukunft der Stadt.

Es mangelt in Chemnitz wahrlich nicht an Immobilien, die der GGG gehören und eine hochwertige Sanierung gut gebrauchen könnten“, erklärt Gerstenberg mit Verweis auf den schwierigen Umgang der Gesellschaft z.B. mit dem gründerzeitgeprägten Sonnenberg.

„Ausgerechnet dieses hoffnungsvolle Projekt an dieser Stelle nun zu beenden, zeugt weder von strategischer Weitsicht noch von ambitionierter Stadtentwicklung“, ist Gerstenberg überzeugt.

Die Grünen im Stadtrat Chemnitz haben einen umfangreichen Fragenkatalog eingereicht. Die Gründe für die Nichtumsetzung von Ratsbeschlüssen zum ExKa müssen auf den Tisch. Sollte das Projekt scheitern, werden engagierte Menschen verprellt und Planungsmittel in Größenordnungen in den Sand gesetzt. Wer übernimmt dann die politische Verantwortung dafür?

www.gruene-chemnitz.de/reitbahnviertel