Stadtentwicklung

Positionspapier Stadtentwicklung: Gutes Leben in Chemnitz ermöglichen

Nach einem intensiven Diskussionsprozess hat die Mitgliederversammlung von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN am 2. Juli 2012 ein Positionspapier zur Stadtentwicklung beschlossen.

Demographischer Wandel, Klimaveränderungen, die Verknappung fossiler Brennstoffe oder Einnahmerückgänge im Stadthaushalt schaffen neue Bedingungen für das Zusammenleben in der Stadt. BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN wollen auch unter diesen Bedingungen bezahlbares Wohnen und gutes Leben in Chemnitz ermöglichen. Deshalb setzen wir auf einen Wechsel hin zu kompakten energie- und ressourceneffizienten Siedlungsstrukturen und Gebäuden.

Die urbanisierte Fläche der Stadt Chemnitz ist – gemessen an der Einwohnerzahl viel zu groß. Heute wohnen 160.000 Menschen im Stadtgebiet der 30-ger Jahre, auf dem früher bis zu 350.000 Menschen wohnten. Dieses Missverhältnis führt zu immer höheren Kostenbelastungen für Stadthaushalt und Einwohner. Wir wollen die Stadt nach dem Grundsatz „umso zentraler – desto kostengünstiger“ entwickeln, d. h. Bewohnerinnen und Bewohner zentraler Siedlungsstrukturen von den Kosten überdimensionierter Infrastruktur entlasten und mit einer anderen Siedlungspolitik Bauwillige und Mietinteressenten in die Kerne und nicht an die Ränder locken.

In Chemnitz sollen sich alle Menschen wohl fühlen. Der notwendige Umbau gelingt, wenn er mit den Bürgerinnen und Bürgern erfolgt. Die Ziele sind dabei: Eine Stadt der kurzen Wege, bezahlbarer und ökologischer Wohnraum, lebenswerte Quartiere und Stadtteile sowie eine Urbanität mit Kultur, Sport und Leben.

Der Wohnungsneubau soll auf vorhandene Siedlungsachsen konzentriert werden. Siedlungswohnungsbau soll vorrangig in bereits erschlossenen Gebieten erfolgen.

Ein Rückbau von Wohngebäuden des industriellen Wohnungsbaus muss vom Rand hin zu den Siedlungsachsen und Bereichen mit sozialer Infrastruktur erfolgen. Die Erhaltung der gründerzeitlichen Bebauung hat absoluten Vorrang, da sie stadtbildprägend ist.

Eine Ausdünnung unter Zurücklassung einer überdimensionierten und kostspieligen Versorgungsinfrastruktur ist nicht sinnvoll. Ein Teilrückbau von Wohnhäusern ist meist weder ökonomisch noch ökologisch sinnvoll. Um den von uns gewollten Stadtumbau zu ermöglichen, muss der/die Oberbürgermeister/in einen Ausgleich zwischen der GGG und den Wohnungs­genossenschaften organisieren. Bei der Vergabe von Fördermitteln für den Stadtumbau sollen private Eigentümer in gleichem Maße berücksichtigt werden, wie die Großvermieter. Um einzelne Häuser zu sichern, sind weitere Wächterhäuser und alternative (Wohn-) Projekte unterstützens­werte und sinnvolle Ansätze. Bürgerinnen und Bürger sowie Vereine, die dieses Konzept vertreten und umsetzen, verdienen Unterstützung. Die städtische Siedlungsstruktur ist geprägt durch eine Blockrandbebauung. Neubauten sollen dieser Blockbebauung folgen und sich dieser in ihrem städtebaulichen Erscheinungsbild anpassen. Vorrangig sollen Lücken geschlossen werden. Wir möchten, dass begrünte Innenhöfe erhalten und von Parkplätzen frei gehalten werden. Wir unterstützen das 2011 vom Stadtrat beschlossene Siedlungswohnungsbaukonzept.

In den dicht besiedelten Gebieten sollen Straßenräume den Menschen zurückgegeben werden. Dies ist nur möglich, wenn attraktive Mobilitätsangebote im Umweltverbund geschaffen werden. Wenn Wohnen, Bildung, Versorgung und Arbeitsplätze in nicht störendem Gewerbe auch fußläufig erreichbar sind, ermöglicht dies den Rückgang des motorisierten Individualverkehrs, der derzeit an vielen Stellen die Aufenthaltsqualität in urbanen Bereichen erheblich verschlechtert. Wir wollen, dass die Innenstadt durch eine lebendige Mischung aus Wohnen, Handel und Gewerbe geprägt wird.

Für neue Handels- und Gewerbeflächen sollen vorrangig innerstädtische Industriebrachen nachgenutzt werden. Historische Bebauung soll dabei weitmöglichst erhalten und neuen Nutzungen zugeführt werden. Der großflächige Einzelhandel am Stadtrand muss reduziert werden. Wir unterstützen das Anliegen des Einzelhandels- und Zentrenkonzeptes der Stadt ausdrücklich.

 

Positionierung 2009

Der Chemnitzer Stadtparteitag 2011 in der Zusammenfassung

Zum Stadtparteitag der Chemnitzer Grünen am Samstag (19.11.) im Kraftwerk war viel los: Ein neuer Vorstand wurde gewählt, ein Ahorn gepflanzt, ein Positionspapier verabschiedet, über die Finanzen der Grünen Jugend debattiert und, und, und…

Pünktlich um zehn Uhr morgens läutete Sprecherin Katharina Weyandt den Stadtparteitag ein und begrüßte die GRÜNEN-Mitglieder, die zahlreich erschienen waren.

 

Sven Schulze (SPD) und Frank Heinrich (CDU) zu Gast

Anwesend waren zudem auch Sven Schulze, Mitglied im Landesvorstand der SPD-Sachsen und Frank Heinrich von der CDU, Abgeordneter im Deutschen Bundestag. Beide freuten sich über die Einladung und richteten einige Worte an die GRÜNEN Mitglieder. Sven Schulze betonte die Schnittmengen zwischen GRÜNEN und SPD: Sozialpolitik, Energiepolitik, den Kampf gegen Rechtsextremismus, sagte: „Ich darf Ihnen Unterstützung im Kampf gegen die Nazis zusichern“, und erntete dafür viel Applaus. Auch Frank Heinrich forderte eine Betonung der Schnittmengen und plädierte für eine „ideologiefreie, themenbezogene Zusammenarbeit“, was bei den Anwesenden eine breite Zustimmung fand. Zudem sagte der CDU-Politiker „Ohne Grüne wären wir nicht Weltspitze im Bereich der erneuerbaren Energien.“ Die geichfalls für ein Grußwort eingeladene Partei DIE LINKE war durch ihren eigenen Stadtparteitag verhindert.

 

Eurorettung und Bildungspolitik

Im Anschluss eröffnete GRÜNEN-Landesvorstandssprecher Volkmar Zschocke eine Rederunde, die auch Platz für Diskussionen ließ. MdB Stephan Kühn redete zum Thema Eurorettung und sieht einen Ausschluss Griechenlands aus der EU nicht als Lösung. Die Euro-Rettung hält der Politiker für notwendig, sagt aber im gleichen Zug: „Es kann nicht sein, dass der Steuerzahler zur Bankenrettung herangezogen wird.“ Der Politiker sprach sich für eine Finanztransaktionssteuer aus und stellte fest: „Sparen alleine hilft nicht, es muss auch investiert werden.“ MdL Annekathrin Giegengack gab noch einmal ihrem Entsetzen Ausdruck mit Blick auf die Zwickauer Terrorzelle, forderte eine „lückenlose Aufklärung“, ehe sie sich ihrem Herzensthema der Bildungspolitik zuwendete. Hier sieht Annekathrin Giegengack eine „dramatische Schieflage“ im Land. Die Schulen leiden unter Sanierungsrückstand, es fehlt an Lehrern. Allein in Chemnitz liegt der Sanierungsrückstand bei 350 Millionen. „Es ist 20 nach zwölf. Bildungspolitik ist ein wesentlicher Aspekt, der die Zukunft unseres Landes ausmacht. Dort zu sparen, heißt an der falschen Stelle zu sparen“, so die Politikerin.

 

Den Opfern Gedenken – Demo gegen Rechtsextremismus

GRÜNEN-Stadtratsmitglied Petra Zais wies in diesem Rahmen auf die Demonstration gegen Rechtsextremismus und zum Gedenken an Opfer rechtsextremistischer Taten am 25.11., 18 Uhr auf dem Georgenplatz in Zwickau hin und rief die Mitglieder zur Unterstützung auf.

 

AG Stadtentwicklung geplant

Das Thema der Stadtentwicklung stellte einen bedeutenden Punkt auf dem GRÜNEN Stadtparteitag dar. Jörg Ivandic möchte diesem Aspekt besondere Aufmerksamkeit widmen und plant eine AG Stadtentwicklung. Innerhalb der nächsten zwei Wochen soll die Gründung der AG abgeschlossen sein. Interessierte, die bei der AG mitwirken möchten, melden sich am besten bei Jörg Ivandic unter 0371 488 4423.

 

Positionspapier zum Chemnitzer Modell verabschiedet

GRÜNEN-Stadtratsmitglied Martin Schmidt stellte einen Antrag, das Positionspapier zum Chemnitzer Modell zu verabschieden und präsentierte die Inhalte des Papiers. Martin betonte sein JA zum Chemnitzer Modell, wenn auch unter bestimmten Bedingungen. So sollte das Bauvorhaben eine Angebotsverbesserung für den Fahrgast bringen. Zudem forderte Martin Schmidt die Vorlage eines Betriebskonzeptes ein, in dem eine zunehmende Elektrifizierung berücksichtigt werden sollte. Auch das Thema der Platanen, die im Rahmen des Ausbaus des Straßenbahnnetzes entlang der Reichenhainer Straße gefällt werden müssten, ist noch nicht vom Tisch. Der Erhalt wenigstens einer Baumreihe ist anzustreben. Die grundlegende Haltung des Papiers fasst Martin Schmidt so zusammen: „Das Chemnitzer Modell ist eine große Chance.“

Die Mitglieder sehen das ebenso und stimmten dem Positionspapier geschlossen zu, das folgende Kernaussage enthält: BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN Chemnitz begrüßen das „Chemnitzer Modell“ und sehen darin eine Chance, das Angebot des SPNV/ÖV in und um Chemnitz zu verbessern sowie Straßenräume zu gestalten. […] Wir wollen die intelligente und attraktive Verknüpfung aller öffentlichen Verkehrsmittel des Chemnitzer Stadtverkehrs mit dem Chemnitzer Modell und dem Fernverkehr, d.h. eine optimale Vernetzung von Bus, Tram und Zug.

 

Baum gepflanzt

_BaumpflanzungDann folgte eine kurze Pause. Die Mitglieder stärkten sich mit Suppe und fanden sich dann im Konkordiapark zum Pflanzen eines Spitzahorns ein. Das heißt: Der Baum war bereits gepflanzt, aber einige der Mitglieder griffen noch einmal symbolisch zum Spaten. Der Spitzahorn kommt mit den Bodenbedingungen zurecht und ist ein zügig und zuverlässig wachsender Baum. Auch Vertreter des alternativen Wohn- und Kulturprojekts Kompott, das in direkter Nachbarschaft angesiedelt ist, waren vor Ort. Sie werden ein Auge darauf haben, dass der Baum gut wächst und gedeiht. Die Pflanzaktion erfolgte in enger Zusammenarbeit mit dem Stadtplanungs- und dem Grünflächenamt. Die Kosten für die Pflanzung betrugen 500 Euro und wurden aus Spenden des Lazar-Lichdi-Fonds, von Mitgliedern der Chemnitzer Bündnisgrünen und Sympathisanten aufgebracht.

 

Bericht des Vorstands

Direkt im Anschluss begann der zweite Teil des Stadtparteitages mit den Berichten des Vorstands. Katharina Weyandt, Sprecherin des Stadtverbandes, blickte auf die zweite Hälfte der aktuellen Legislaturperiode und verwies auf thematische Veranstaltungen wie den Girls Day, an denen der Stadtverband aktiv beteiligt war und lobte, dass sich „viele praktisch einbringen.“ Auch der Finanzbericht von Schatzmeister Martin Schmidt fiel positiv aus: „Wir liegen bisher im Plan.“ Der Rechenschaftsbericht wird Anfang 2012 abgeschlossen sein.

 

Wahlen, Wahlen, Wahlen

Außerdem blickte Katharina Weyandt schon einmal voraus. So steht 2013 die Wahl des Bundestages und die Oberbürgermeisterwahl in Chemnitz an. Petra Zais machte schon einmal deutlich: „Es kann nicht sein, dass wir eine Oberbürgermeisterin Barbara Ludwig wieder unterstützen. Ich bin mir sicher, dass wir einen eigenen, geeigneten Kandidaten finden werden.“ Und auch das Jahr 2014 steht im Zeichen von Wahlen: Europa-, Landtags- und Kommunalwahlen stehen an. Bereits im nächsten Jahr beginnen die Vorbereitungen für die Wahlen. Schatzmeister Martin Schmidt: „Eine zentrale Zielsetzung ist es weitere Rücklagen für den Wahlkampf zu schaffen.“

 

Entlastung des alten und Wahl des neuen Vorstandes

Vor den großen Wahlen 2013 und 2104 galt es aber nun erstmal einen neuen Vorstand für den Stadtverband zu wählen. Nachdem der bisherige Vorstand durch die anwesenden Mitglieder entlastet wurde, folgte die Wahl des neuen Vorstandes. Der gewählte Vorstand ist für zwei Jahre im Amt und setzt sich nun wie folgt zusammen: Katharina Weyandt und René Lang werden als Sprecher, die Partei nach außen hin vertreten. Martin Schmidt wurde in seinem Amt als Schatzmeister bestätigt und wird auch die kommenden zwei Jahre die Finanzen des Stadtverbandes überblicken. Kati Barsuhn, KathVorstand2011leen Kuhfuß und Stadträtin Petra Zais sind als Beisitzerinnen tätig und werden gemeinsam mit den Beisitzern Simon Kupferer, Oliver Ulke und Volkmar Zschocke, der gleichzeitig Landesvorstandssprecher von Bündnis 90 / DIE GRÜNEN ist, die Arbeit des Stadtverbandes unterstützen und koordinieren. Da das Geschlechterverhältnis im Vorstand nicht der vorgegebenen Frauenquote von 50 Prozent entspricht, stimmte das Frauenforum des Stadtverbandes ab und gab einen Vorstandsposten frei. So sind nun vier Frauen und fünf Männer im Vorstand tätig.

Steffi Zaumseil, Elke Glutsch, Jörg Ivandic, Ivo Rochner, Matthias Jobke und Manfred Hastedt kandidierten nicht erneut. Martin Schmidt verabschiedete die Vorstandsmitglieder aus ihrem Amt, überreichte jedem voniIhnen eine Flasche Wein und bedankte sich für die geleistete Arbeit.

 

Eine Videobotschaft und weitere Entscheidungen

Dann gab es für alle eine Überraschung, es wurde eine Videobotschaft der Bundesvorsitzenden Claudia Roth abgespielt. Sie erinnerte an die Gründung der GRÜNEN in Sachsen vor zwanzig Jahren in Zwickau und blickte auf die positive Entwicklung der GRÜNEN, die immer mehr Rückhalt in der Bevölkerung findet und mittlerweile in allen 16 Landtagen vertreten ist. Der Freude über den Videogruß folgten weitere Entscheidungen. So wurden Änderungen der Finanzordnung und der Satzung beschlossen. Der Mitglieds-Mindestbeitrag wird von vier auf fünf Euro angehoben und das Mindesteintrittsalter gestrichen. Zudem stellte Martin Schmidt den Haushaltentwurf für 2012 vor. Im Rahmen dessen brachte die Grüne Jugend zwei Änderungsanträge ein und forderte einen eigenen jährlichen Etat von 300 Euro sowie die Erhöhung der Finanzmittel für allgemeinpolitische Aktionen von 900 auf 1700 Euro. Der erste Antrag wurde abgelehnt, zum zweiten Antrag gab es einen Kompromiss. So werden für allgemeinpolitische Aktionen statt 900 nun 1200 Euro zur Verfügung gestellt. Der somit leicht geänderte Haushaltsentwurf für 2012 wurde von den Mitgliedern angenommen.

Damit ging der ereignis- und entscheidungsreiche GRÜNEN Stadtparteitag 2011 zu Ende.

Das war unsere Podiumsdiskussion „Stadtentwicklung in Zeiten knapper Kassen“

Gestartet wurde die Podiumsdiskussion am 23. Juni von unserem Bundestagsabgeordneten Stephan Kühn mit Fragen nach dem Plus und Minus der letzten 20 Jahre Stadtumbau in Chemnitz. Das Bauen auf der „grünen Wiese“ Anfang der 90er und die zu geringe Konzentration auf das Stadtzentrum befanden alle Podiumsredner als Schwachpunkt.

Gelobt wurde deshalb das neue Zentren-Konzept der Stadt Chemnitz, einschließlich der neuen Qualität des Bürgerbeteiligungsprozesses. Die große Abrisswelle sei vorbei und die Aufwertung von Wohngebieten bestimmt künftig den Stadtumbau, so die Baubürgermeisterin Wesseler.

Getadelt wurde die unzureichende Beachtung der ökologischen Änderungen (sächsischer Klimabericht) und die ungenügende Fokussierung auf klimaschonendes Bauen und Sanieren. Mit der künftigen Zertifizierung für ökologischen Stadtumbau wird eine Qualitätswende erreicht werden.

Stadtentwicklung und Verkehrsplanung sind oft nicht zusammen entwickelt worden. Jetzt gibt es ein Verkehrskonzept, welches den überdimensionierten Ring um das Stadtzentrum dem tatsächlichen Verkehrsaufkommen anpassen wird, eine bessere Straßenraumqualität schafft, die Fußläufigkeit und Radfahrmöglichkeit verbessert, attraktive Begrünung ermöglicht und den Fluss Chemnitz erlebbar in das Stadtbild aufnimmt, so die Baubürgermeisterin Wesseler und der Stadtrat Thomas Lehmann.

Mit der geplanten Erweiterung des Schienenprojektes „Chemnitzer Modell“ wird eine Belebung der Innenstadt erwartet. Überraschung brachte die ablehnende Äußerung eines Studenten zum geplanten TU-Innenstadt-Campus und der Belebung des Brühl als künftigen Studenten-Wohnort. Man will in Bernsdorf bleiben!

Quartiersmanagerinnen und Vertreter von Bürgerinitiativen kritisierten die Einschnitte bei der Städtebauförderung. Jeder Euro dieser Förderung verdoppelt sich. Und die Schaffung einer engagierten Bürgerschaft in den Stadtteilen ist unersetzbar.

Die gute wirtschaftliche Entwicklung und die Möglichkeiten, die sich aus dem Chemnitzer Modell und den versprochenen Landesmittel ergeben, sind eine Chance, die wir als Bündnisgrüne erkennen und mitgestalten werden. Das täuscht uns nicht über die mögliche Ausdünnung im nichtinvestiven Bereich, die Schwierigkeiten bei der Schaffung einer Energiewende und die immensen Aufgaben bei der Schaffung eines kompakten Stadtkerns hinweg.

Wir bleiben am Thema und werden im Herbst ein Positionspapier beschließen.

Fotos und Text von Steffi Zaumseil, Sprecherin des Stadtverbandes Chemnitz

 

Auf dem Podium saßen Baubürgermeisterin Petra Wesseler, Architekt Frank Kotzerke, Stadtrat Thomas Lehmann, Ullrich Hintzen, Vorstand FASA AG Chemnitz, und MdB Stephan Kühn als Moderator.

 

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Podiumsdiskussion Stadtumbau Chemnitz

‚Stadtentwicklung in Zeiten knapper Kassen‘
Der Stadtverband Bündnis 90 / Die Grünen lädt ein

Donnerstag, 23. Juni 2011,19 Uhr, im DAStietz, „Neue Sächsische Galerie“, Moritzstraße 20

Während die Stadt Chemnitz über die in Aussicht gestellten 100 Millionen Landesmittel jubelt, klingt die Einschätzung des sächsischen Städte- und Gemeindetages beklemmend:

„Der konjunkturelle Aufschwung ist derzeit in den Kassen der Kommunen nicht spürbar. Der Finanzierungssaldo weist einen Verlust von rund 34 Mio Euro aus.“ Die Oberbürgermeister-Konferenz forderte am 10. Juni 2011 in Erfurt :“Stärkung der Städte für Energiewende nutzen – Städtebauförderung nicht weiter kürzen!“

Was der Geldsegen des Landes einerseits und die Städtebaumittelkürzung des Bundes andererseits für eine lebenswerte Stadt den Chemnitzer Bürgerinnen und Bürger tatsächlich bringen, darüber wird mit der Baubürgermeisterin Petra Wesseler, Frank Kotzerke vom Stadtforum, Ullrich Hintzen, Vorstand der FASA AG und den Politikern der Grünen Stephan Kühn MdB und Stadtrat Thomas Lehmann diskutiert.

Steffi Zaumseil, Sprecherin des Stadtverbandes, erklärt:“Chemnitz ist ein Paradebeispiel für Abwanderung und eine immer älter werdender Bevölkerung in deutschen Städten. Die Abrisswelle war keine Rettung für eine Neugestaltung, wie das stadtplanerisch unbefriedigende Bild des perforierten Chemnitz beweist. Die Schaffung einer kompakten Stadt, die prägende Identität einer Innenstadt, Energieinfrastruktur und Verkehrsprobleme stehen im Mittelpunkt.“

Fragen zur Diskussion sind: „Müssen die Häuser von den Stadträndern her abgerissen werden?“, “ Ist ein Teilrückbau bezahlbar?“, „Wo steht Chemnitz bei der energetischen Gebäudesanierung und dem Ausbau erneuerbarer Energien?“, „Wie können Brühl und Sonnenberg an den Stadtkern angebunden werden?“, „Wie können die Straßenräume, besonders im Innenring, dem Verkehrsbedarf angepasst werden?“

Steffi Zaumseil, Sprecherin des Stadtverbandes

GRÜNE empört über drohendes Aus für Experimentelles Karree

reba84.jpgGerstenberg: Dieses hoffnungsvolle Projekt zu beenden, zeugt weder von strategischer Weitsicht noch von ambitionierter Stadtentwicklung
Das drohende Aus für das Chemnitzer Experimentelle Karree verfolgt Karl-Heinz Gerstenberg, Parlamentarischer Geschäftsführer und kulturpolitischer Sprecher der GRÜNEN-Fraktion im Sächsischen Landtag mit Empörung.

„Seit Jahren ringen sächsische Kommunen um Konzepte und Ideen, um demografischen Schrumpfungsprozessen, Überalterung und hohen Leerstandsquoten etwas entgegenzusetzen. Gerade Chemnitz ist von der Abwanderung junger Menschen, die zum Teil nur für die Dauer ihres Studiums in der Stadt bleiben, betroffen. Vor diesem Hintergrund war und ist das Engagement der Kreativen vom Experimentellen Karree ein Glücksfall für die Stadt. Die Initiative hat definitiv das Potential, Anziehungskraft auf junge Menschen zu entfalten“, so der Landtagsabgeordnete.

Die GRÜNE-Landtagsfraktion hatte vor rund 4 Wochen u.a. in Zusammenarbeit mit Aktiven des ExKa eine ganztägige Konferenz zum Thema „Kreative Stadt“ in Chemnitz organisiert. Die positive Resonanz für die bisherige Arbeit und die weiteren Pläne des Projekts waren dabei deutlich spürbar.

Mit Verweis auf den vom Chemnitzer Stadtrat am 26. November 2008 mehrheitlich verabschiedeten Ratsbeschluss zur Unterstützung des Konzepts „Experimentelles Karree im Reitbahnviertel“ betont Gerstenberg:

„Es liegt immer noch im Ermessen der GGG und damit der Kommune, ob sie sich in der Reitbahnstraße 84 für eine Luxussanierung oder eine längerfristige Nutzungsmöglichkeit für die derzeitigen Aktiven entscheidet.“

„Die von der EU in der Legislaturperiode 2007-13 vermutlich letztmalig so großzügig bereitgestellten EFRE-Mittel bieten sich für ein solches Projekt im Bereich Stadtentwicklung an. Statt auf Zeit zu spielen und heimlich über eine hochwertige Sanierung des gesamten Reitbahnviertels zu verhandeln, wäre ein qualifizierter Antrag zielführender für die Zukunft der Stadt.

Es mangelt in Chemnitz wahrlich nicht an Immobilien, die der GGG gehören und eine hochwertige Sanierung gut gebrauchen könnten“, erklärt Gerstenberg mit Verweis auf den schwierigen Umgang der Gesellschaft z.B. mit dem gründerzeitgeprägten Sonnenberg.

„Ausgerechnet dieses hoffnungsvolle Projekt an dieser Stelle nun zu beenden, zeugt weder von strategischer Weitsicht noch von ambitionierter Stadtentwicklung“, ist Gerstenberg überzeugt.

Die Grünen im Stadtrat Chemnitz haben einen umfangreichen Fragenkatalog eingereicht. Die Gründe für die Nichtumsetzung von Ratsbeschlüssen zum ExKa müssen auf den Tisch. Sollte das Projekt scheitern, werden engagierte Menschen verprellt und Planungsmittel in Größenordnungen in den Sand gesetzt. Wer übernimmt dann die politische Verantwortung dafür?

www.gruene-chemnitz.de/reitbahnviertel